Tagestourismus noch vor den Feiertagen wieder beschränken

MIT Cuxhaven warnt vor den Gefahren einer „zweiten Welle“

Foto: Siemer

LANDKREIS re · Der MIT-Kreisvorsitzende Dr. Dirk Timmermann hat sich schockiert über die Entscheidung von Landkreis und Stadt gezeigt, zum jetzigen Zeitpunkt bereits den Tagestourismus wieder zuzulassen. „Das ist eine klare Fehlentscheidung, die alle Maßnahmen ad absurdum führt, die die niedersächsische Landesregierung im Bereich von Tourismus und Gastronomie erlassen hat“, warnte Dr. Timmermann. Er befürchtet ein Wiederaufflackern der Corona-Pandemie, wenn gerade um die Feiertage herum zehntausende Tagesbesucher zur Küste kommen. Vor diesem Hintergrund forderte er Landrat Kai Uwe Bielefeld und den Cuxhavener Oberbürgermeister Uwe Santjer auf, die Beschränkungen für den Tagestourismus „umgehend wieder in Kraft zu setzen“.
„Ich kann die Gastronomen gut verstehen, für die Pfingsten natürlich eine wichtiges Umsatz-Highlight ist“, betonte Dr. Timmermann. „Dass von dieser Seite allenfalls verhaltene Kritik zu hören ist, ist nachvollziehbar, denn Hoteliers und Gastronomen haben in den vergangenen Wochen wirtschaftlich sehr gelitten.“ Wenn es aber tatsächlich durch einen unkontrollierbaren Tagestourismus eine noch quasi selbst verursachte zweite Infektionswelle geben sollte, wäre das eine Katastrophe gerade für alle im Tourismus- und Fremdenverkehrsbereich tätigen Betriebe, warnte Dr. Timmermann. „Dann wäre die umsatzträchtige Sommer-Hauptsaison gelaufen.“
Das Land Niedersachsen habe einen „durchdachten Stufenplan“ für das Wiederhochfahren von Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Es gebe nach wie vor „schmerzhafte Einschnitte“, wie zum Beispiel die verordnete Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen für Hotelzimmer und Ferienwohnungen oder auch die Ausschöpfung der Kapazitäten zu höchstens 50 Prozent. „Damit will man die Ausbreitung des Virus weiter eindämmen.“ Noch wichtiger sei aber, dass die Kontaktdaten aller Gäste erfasst würden, um Infektionsketten rasch identifizieren und die Infizierten unter Quarantäne stellen zu können.
Allerdings sei es undenkbar, dieses System auf den Tagestourismus anzuwenden. „Wer morgens kommt und abends wieder fährt, wird nirgendwo registriert. Kommt dann mit einem Besucher auch das Virus wieder in unsere Region, wird wieder alles komplett runtergefahren werden müssen, um Corona einzudämmen.“ Nur der Stufenplan der Landesregierung biete die Möglichkeit, dass es nach und nach zu weiteren Lockerungen der Einschränkungen geben könne. Der MIT-Kreisvorsitzende sieht sich auch von den jüngsten Empfehlungen der EU-Kommission bestätigt.
Mit dem Corona-Virus dürfe man nicht „russisch Roulette spielen und einfach hoffen, dass nichts passiert“. Notwendig sei ein striktes Pandemie-Management. Ausdrücklich forderte Dr. Timmermann in diesem Zusammenhang ein Konzept für Hygiene und Abstandsregeln für den Strandbereich. „Jedes Geschäft und jeder Sportverein muss ein solches Konzept erarbeiten und seine Umsetzung garantieren“, betonte der MIT-Kreisvorsitzende. So könne zum Beispiel auf der Promenade ein Rechtsgehgebot angeordnet werden, um so auch bei stärkerer Frequentierung die Abstandsregeln einhalten zu können.

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