110.000 Besucher kamen zur 70. Tarmstedter Ausstellung

Moderne Landtechnik als Erfolgsrezept

Norddeutschlands größtes Schaufenster für Landleben und moderne Landwirtschaft zog die Besucher an Foto: Tarmstedter Ausstellung

TARMSTEDT re · Mit 110.000 Besuchern, einem 18 Hektar großen Ausstellungsgelände sowie 750 Ausstellern ist am Montag die 70. Tarmstedter Ausstellung zu Ende gegangen. Norddeutschlands größtes Schaufenster für Land-, Kommunal- und Gartentechnik, Tierzucht sowie Hobby, Haus und Garten schlug wieder einmal die Brücke zwischen professionellen Landwirten und Dienstleistern, Hobbytierhaltern und Familien. „Ihr macht das toll, bewahrt Euch trotz aller Professionalität auch den persönlichen Charakter“, lobte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast in ihrer Laudatio zur Verleihung des Sonderpreises „Landstern“, mit dem die Zeitschrift Land & Forst das Team der Tarmstedter Ausstellung ausgezeichnet hat.
Die Aussteller von moderner Landtechnik zeigten, wie sehr Elektronik und digitale Lösungen heute die Arbeit der Landwirte erleichtern – von der Saat bis zur Verarbeitung. „Der digitale Stall mit Lösungen zum Datenmanagement in der Tierhaltung bis hin zur Automatisierung im Stall stießen auf großes Interesse“, sagte Geschäftsführer Dirk Gieschen. Die aktuelle wirtschaftliche Lage auf fast allen Agrarmärkten lässt die Investitionsbereitschaft der Landwirte steigen, auch wenn die extreme Trockenheit der vergangenen Monate die Stimmung bei manchen Besuchern bremste.
Die Fachaussteller für Landwirtschaft und Landtechnik stellten heraus, dass sich die Tarmstedter Ausstellung 2018 noch mehr als in den Vorjahren als eine sehr wichtige Kontaktbörse zur Anbahnung von Geschäften bestätigt hat. „Gerade am Freitag, aber auch am Samstag und am Montag verzeichneten die Aussteller sehr intensive Fachgespräche mit Landwirten und Lohnunternehmern“, sagte Markus Hauschild, Leiter Landwirtschaft und Landtechnik. Ebenso hat sich das Ausstellerportfolio für Handwerker, Baudienstleister und Kommunen beständig weiterentwickelt.
Die viertägige Ausstellung lebte nicht nur von der Präsentation der neuen Maschinen und anderer Produkte. Auch die vollbesetzten Zuschauerränge beim Showprogramm und die Tierschauen wie der Jungzüchterwettbewerb, der 7. Niedersachsen-Cup der niedersächsischen Rindviehzuchtvereine, die 23. Landesfleischrinderschau, das Fohlenchampionat, die Zentrale Stutenschau und der 34. Tag der Trakehner begeisterten Züchter wie Zuschauer – nicht nur, weil Anzahl und Qualität der vorgeführten Tiere erneut gesteigert werden konnte. „Ebenso hat sich die neue Besucherführung am Tierschauring bewährt, auch viele Nichtfachleute waren an den Vorführungen interessiert und nutzen die Gelegenheit, Kühe und Pferde aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen“, resümierte der Leiter des Tierschaugeländes, Frank Löwentat. Damit sei die Ausstellung wieder ihrem Anspruch gerecht geworden, den Verbrauchern moderne Landwirtschaft zu erklären.
Der erstmalig als „Bio-Genusshalle“ an den Start gegangene Marktplatz dokumentiert, dass die Ausstellung auch Trends wie „Bio-Lebensmittel“ und „Regional“ erfolgreich aufgegriffen hat. „Es hat sich bewährt, dass wir das Konzept weiterentwickelt und die Genusshalle vergrößert haben, sie wurde sehr gut angenommen“, erklärte Frank Holle, Geschäftsführer der Tarmstedter Ausstellung. Auch für diese Märkte bietet die moderne Landtechnik mit effizienter, ressourcenschonender Arbeitsweise die Grundlage. „Damit ist der Brückenschlag zwischen moderner Landtechnik und regionaler Vermarktung auch in diesem Jahr gut gelungen“, resümierte Holle.
Auch das Wetter spielte in diesem Jahr sehr gut mit. Denn weder Niederschläge noch extreme Hitze trübten den Besuch von Norddeutschlands größter Freilandausstellung. Im Gegenteil: Am wärmsten und sonnenreichsten Tag, dem Sonntag, kamen 42.500 Besucher – ein absoluter Tagesrekord. „Obwohl wir das Parkplatzgelände in diesem Jahr noch einmal um 35.000 Quadratmeter erweitert hatten, kam es wegen des hohen Besucherandrangs am Sonntag Nachmittag bei der An- und Abfahrt zu Beeinträchtigungen. Das bedauern wir sehr und werden es in unserem Verkehrskonzept für 2019 berücksichtigen“, erklärte Geschäftsführer .
Für den reibungslosen Ablauf der Ausstellung dankte Holle ausdrücklich den vielen Helfern, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung undenkbar wäre. „Den vielen Mitarbeitern der Tarmstedter Ausstellung, der Polizei, Freiwilligen Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des TuS Tarmstedt gebührt ein ganz großer Dank“, lobten beide Geschäftsführer alle Beteiligten.
„Wir haben eine sehr ruhige Ausstellung ohne nennenswerte Vorkommnisse erlebt“, bestätigte Jörg Weiß, Leiter Ausstellungswesen und Sicherheit. Andreas Rothgeber, Kreisbereitschaftsleiter beim Deutschen Roten Kreuz, lobte das Ausstellungskonzept mit vielen Sitzgelegenheiten und schattigen Ruhezonen. „Unsere 20 Ehrenamtlichen vor Ort mussten trotz der sommerlichen Temperaturen so gut wie nicht eingreifen, es waren vier sehr ruhige Tage.“

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