Die Seute Deern soll für 32 Millionen saniert werden
BREMERHAVEN sh · Ein
wichtiges Stück Stadtgeschichte
ist bedroht. Darüber
sind sich sowohl das Schifffahrtsmuseum
als auch der
Arbeitskreis „Rettet die Seute
Deern“ einig. Die Dreimastbark
gilt als eines der Aushängeschilder
des Museums
und ist laut dem ehemaligen
Stadtverordnetenvorsteher
Artur Beneken Gründungsexponat
der Museums-Stiftung.
Ein wichtiges Argument bei
der Frage, ob das „süße Mädchen“,
so die Übersetzung von
Saute Deern, saniert werden
soll. Denn laut Bremischem
Stiftungsgesetz ist eine Stiftung
verpflichtet, ihr Gründungskapital
zu erhalten.
Dass dies nun rund 32 Millionen
kosten soll, macht den
Beratungs- und Aufsichtsgremien
des Museums einige
Sorgen. Denn bei der im
November 2015 von Gutachtern
begonnenen Bestandsaufnahme
hinsichtlich des
baulichen und technischen
Zustandes sowie der Frage, ob
das Schiff sanierungswürdig
sei, kam Erschreckendes zu
Tage. Die Gutachter urteilten,
die Seute Deern sei sehr wohl
sanierungswürdig, allerdings
gerade was das Holz beträfe
in einem sehr schlechten Zustand.
Schon das Verholen in
eine Werft könne den Totalverlust
bedeuten.
Der Arbeitskreis, vom Direktorium
des Museums selbst
als „privat“ tituliert, ist hochkarätig
besetzt. Sabine Schulz
vertritt den Förderverein
des Museums, Dr. Manfred
Ernst das Kuratorium. Mit
Werner Lütken ist ein ehemaliger
Werftchef an Bord
und Hans-Joachim Möller
ist öffentlich bestellter und
vereidigter Sachverständiger
für Traditionsschiffe. Neben
Peter Klett vom Vorstand der
Weser-Elbe Sparkasse ist neben
Nils Schnorrenberger als
Geschäftsführer von BEAN
Bremerhaven vor allem noch
der Stadtverordnetenvorsteher
a.D. Artur Beneken zu
nennen. Der Arbeitskreis ließ
verschiedene Sanierungsszenarien
entwickeln. Letztendlich
blieben zwei realistische
Möglichkeiten übrig. Beide
sind mit erheblichem finanziellem
und zeitlichem Aufwand
verbunden. So könnte
der Segler auf schwimmenden
Pontons oder in einem an
Ort und Stelle zu bauenden
Trockendock saniert werden.
Dass sich der Arbeitskreis für
das Trockendock ausspricht,
hat seinen Grund in der Möglichkeit,
dieses dem Publikum
zu öffnen und so eine „öffentliche
Sanierung“ durchzuführen.
Dr. Manfred Ernst sprach
in diesem Zusammenhang
von „Erlebniswerft“.
Wenig euphorisch reagiert
man von Seiten des Direktoriums
des Museums. Der
Druck, der durch den Arbeitskreis
aufgebaut wurde,
scheint zu einigen Verstimmungen
geführt zu haben.
So wird in einer Medieninformation
zurückhaltend von
der Möglichkeit den Erhalt
zu prüfen gesprochen. „Das
DSM begrüßt den Einsatz
und die Initiative des Arbeitskreises
zum Erhalt der Seuten
Deern. Zu den Möglichkeiten
der Sanierung des Dreimasters
kann von unserer Seite
derzeit keine abschließende
Aussage getroffen werden“, so
die geschäftsführende Direktorin
Sunhild Kleingärtner.
Ende des Jahres könne man
Näheres zum Thema sagen.
Die 32 Millionen will der Arbeitskreis
aus verschiedenen
Quellen schöpfen. So sollen
das Bundeswirtschaftsministerium,
das Kulturministerium
des Bundes, Mittel des
GRW, der Gemeinschaftsaufgabe
zur Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsstruktur,
das Land Niedersachsen
sowie private Spender das
Geld zur Verfügung stellen.