Polizeimuseum erinnert mit Geschichten an Geschichte
BREMERHAVEN re · Lange hat es gedauert, nach drei Umbaujahren ist das Polizeimuseum nun wiedereröffnet worden. Gewachsen ist es, auf über 300 Quadratmeter. Im Zuge der Umgestaltung konnte so die Ausstellungsfläche in den früheren Gewahrsamsräumen verdoppelt werden. Der Förderverein für polizeiliche Prävention und Polizeigeschichte Bremerhaven e.V. zeigt in den Räumen alte Kriminalfälle von 1875 bis 2016, die Geschichte der letzten kommunalen Polizei in Deutschland, ein Dienstzimmer vom Polizeirevier Geestemünde aus den 1970- er Jahren, eine nachgebaute
Drogenplantage, ein Motorrad der Verkehrspolizei und vieles mehr. Und was hat es nun mit dem explodierenden Frachter „Mosel“ auf sich? Die erste Zeitbombe der Welt mit 81 Toten explodierte 1875 im Bremerhavener Hafen. Ein skrupelloser Betrüger wollte mit der Explosion des Schiffes auf dem offenen Meer eine hohe Versicherungssumme kassieren und nahm dafür das Leben der Besatzung und hunderter Passagiere in Kauf. Beim Verladen der in einer Kiste versteckten Bombe kam es zu der schrecklichen Explosion. Der Fall machte als „Thomaskatastrophe“ weltweite Schlagzeilen. Viele weitere Fälle aus der Stadt Bremerhaven werden entweder plakativ an den Wänden dargestellt oder
den Besuchern auf andere Art und Weise zugänglich gemacht. 2010 war es an der Zeit das Konzept des Polizeimuseums neu zu gestalten. Vier Studentinnen der Hochschule Bremerhaven – Svenja Schiller, Anika Kopelke, Meike Stelling-Mentz und Julia Zimmler – konnten im Rahmen ihres BWL-Studiums die Neugestaltung in Angriff nehmen. Selbstverständlich wurde auch eine Zelle im Originalzustand belassen. Vier Zellen widmen sich der Geschichte der Polizeien im Unterwesergebiet (Bremerhaven sowie Lehe und Geestemünde im Königreich Hannover bzw. in Königreich Preußen) von 1827 bis heute. Vier weitere Zellen stellen die Themen Raubüberfälle, einfacher und besonderer Diebstahl sowie Betrug dar. Drei Zellen haben besondere Ereignisse seit den 1950er Jahren zum Inhalt. In zwei Zellen werden interessante
Kriminalfälle von 1875 bis heute in Kartons aufbewahrt und im Rahmen der Führung präsentiert. Das Thema Drogenkriminalität füllt zwei Zellen, und eine große Zelle beschäftigt sich mit der Überwachung des Straßenverkehrs. Ein Sonderraum zeigt die Polizei Bremerhaven im Dritten Reich, und für Filme steht ein Vortragsraum zur Verfügung. Für den Umbau und die Neugestaltung hat der gemeinnützige Verein circa 55.000 Euro aufgebracht. Das Museum ist nur im Rahmen einer Gruppenführung zu besichtigen. Interessierte können sich mit Gruppen von 10 bis 15 Personen telefonisch unter (0471) 953-11 22 oder der E-Mail-Adresse vorstand@polifö.de anmelden. Die Führung ist kostenlos.