Bilanz zum Ausbildungsjahr 2016/2017 vorgestellt
LANDKREIS tw · Gemeinsam wie Zahnräder, die ineinandergreifen, so Lutz Machulez-Hellberg, Vizepräsident der IHK Stade, arbeiten die Agentur für Arbeit Stade, die Kreishandwerkerschaft Cuxhaven und die IHK zusammen. „Die gemeinsame Zusammenarbeit Hand in Hand ist der Weg der Zukunft“, betonte auch Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade. Eine Zusammenarbeit, wie sie auch das Jobcenter, die Agentur für Arbeit
und der Landkreis Cuxhaven bei der Jugendberufsagentur unter einem Dach pflegen. Hier sei der Landkreis vorbildlich, so Dr. Bodo Stange, Geschäftsführer der IHK Stade. „Woanders geht es nicht so reibungslos.“ In den Räumen der Jugendberufsagentur stellten am vergangenen Donnerstag die Vertreter der Agentur für Arbeit, IHK und Handwerkskammer gemeinsam die Bilanz des Ausbildungsjahres 2016/2017 vor. Eine Bilanz, die durchweg positiv ausfiel. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich stabil“, so Froelich. Zwar lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk mit 3.571 leicht unter denen des Vorjahres (-145). Auf der anderen Seite gab es
mit 3.887 Bewerbern auch 50 Suchende weniger. Im Landkreis Cuxhaven standen 1.327 Bewerbern 955 Stellen gegenüber. „Die Mehrheit der Betriebe und Ausbildungsplatzsuchenden haben zusammengefunden.
Dennoch bleiben Ausbildungsstellen unbesetzt und auch einige Jugendliche haben keinen Platz gefunden“, so Froelich und betont: „Wenn wir dem demographischen Wandel und dem steigenden Fachkräftebedarf entgegenwirken wollen, müssen sich Arbeitgeber noch stärker als bisher auch für Jugendliche mit Startschwierigkeiten
öffnen.“ Unversorgt sind zur Zeit noch 116 Jugendliche im Agenturbezirk, im Landkreis Cuxhaven 34 Jugendliche. Eine Quote von 3,2 Prozent. „Das ist eine traumhafte Zahl und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, so Machulez- Hellberg. Im Vergleich von vor zwei Jahren hätten sich die Zahlen fast halbiert, bestätigte Froelich diesen Trend, der auch die sogenannten Altbewerber betrifft, junge Menschen, die schon länger einen Ausbildungsplatz suchen. Hier ging die Zahl von 40 Prozent im Jahr 2012/2013 auf jetzt 25,5 Prozent zurück. „Die Jugendlichen haben mehr Chancen“, erklärte Froelich die positiven Zahlen und „sie sind flexibler geworden“. So seien sie eher bereit „rechts und links vom Traumberuf“ nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. „Die Reisebereitschaft ist gestiegen“, sagte auch Yana Arbeiter Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Cuxhaven. Und die Betriebe seien bereit dafür das Fahrgeld zu übernehmen. Denn auch bei den Arbeitgebern sei die Konzessionsbereitschaft gestiegen, da sich die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt grundlegend geändert hätten. In der Vergangenheit suchten Schulabgänger vorrangig nach einem Ausbildungsplatz, jetzt ringen Arbeitgeber um die besten Köpfe. „Betrachtet man die Zahl der Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz ergattern konnten, so müssen wir aber auch feststellen, dass die Wünsche der Betriebe und die Schulabschlüsse der Jugendlichen häufig nicht zusammen passen“, so das weitere Fazit der Agenturleiterin. Denn es gibt insgesamt noch 205 offene Lehrstellen. Alle Bewerber, die noch auf der Suche seien, bekämen jetzt im Zuge der Nachvermittlungsaktion ein Angebot. Die Agentur für Arbeit böte diverse Fördermöglichkeiten, wie etwa die Berufseinstiegsbegleitung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sowie die Einstiegsqualifizierung. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken erwarten alle drei, dass die Politik die Duale Ausbildung in den Fokus nimmt. „Wir müssen den academic drift an die Hochschulen stoppen“, so Machulez- Hellberg. IHK wie Handwerkskammer setzen sich deshalb für eine Verbesserung der Studien- und Beruforientierung an Gymnasien ein. „Mit einer dualen Ausbildung kommt man schneller zum Ziel“, so der IHK-Vizepräsident, auch wenn man danach noch ein Studium anhänge. Was den Bereich der jugendlichen Flüchtlinge anginge, begännen diese erst allmählich auf dem Ausbildungsmarkt eine Rolle zu spielen. Vor allem die Sprache ist oft noch ein Hindernis. „Die Anforderungen sind deutlich höher als angenommen“, so Dr. Stange.