Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938
CUXHAVEN tw · Begleitet von der Bittglocke der Martinskirche trafen sich rund 60 Cuxhavener an der Erinnerungstafel
zur Vertreibung und Ermordung der Cuxhavener Juden um an die „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 zu erinnern. Vor rund 200 Jahren, als die Martinskirche errichtet wurde, habe es noch „ein gutes Miteinander der Religionen und Menschen gegeben, wie es selbstverständlich sein sollte“, so Pastor Martin Köster. Dies habe vor 79 Jahren durch die Verfolgung, Unterdrückung und Ermordung der jüdischen Mitbürger geendet. 79 Jahre seien ein ganzes Menschenleben. Die Zeitzeugen dadurch immer weniger. „Deshalb ist es umso wichtiger, daran zu erinnern und sich mit Menschen zu unterhalten, die noch Erinnerungen an die damalige Zeit haben.“ Erinnerungen, die auch an die Jugend weitergegeben werden müssten. Er freute sich deshalb besonders, dass auch die 10. Klasse der Bleikenschule an dem Gedenken teilnahm. „Wir sind es den Menschen schuldig uns zu erinnern und zu überlegen, was hätten wir getan und was müssen wir heute tun?“, sagte Kreisrat Friedhelm Ottens in seiner Rede. Auch wenn es nicht einfach zu beantworten ist, wie man damals reagiert hätte, für das Heute hat er eine klare Antwort. „Wir können versuchen, die Menschen dazu zu bewegen nein zu sagen, wenn Dinge falsch laufen oder Unrecht geschieht.“ Zum Abschluss des Gedenkens legten die Teilnehmer Rosen an dem Gedenkstein neben dem Reyeschen Haus in der Südersteinstraße nieder.