Reise mit Cohen

Jan 9, 2018

Packendes Schauspiel über ein künstlerisches Multitalent
BREMERHAVEN mb · Leonard Cohen (hier bei einem Konzert 2013 in Odense, Dänemark, Foto: T. Kyono) war ein charismatischer, faszinierender und vielfältiger Künstler. Den meisten als Singer- Songwriter bekannt, finden sich in seinem Repertoire auch Werke als Schriftsteller, Dichter und Maler. Ebenso vielfältig und facettenreich wie seine Kunst
waren auch sein Leben und seine Persönlichkeit. Faszinierend ist aber, dass er sich über all die Sprünge, Umwege, Kämpfe mit sich selbst immer selbst treu geblieben ist. Oder wie es der Regisseur Alexander Schilling ausdrückt: „Selbst ein großer Schritt wie der Rückzug in ein Kloster ändert nichts daran, dass sich ein Interview mit Leonard Cohen kurz danach in weiten Teilen ähnlich liest und anhört, wie eines, das 30 bis 40 Jahre vorher geführt
wurde.“ Nach einer Idee und dem Drehbuch von Peter Hilton Fliegel, der seine Inspiration durch den Film „I‘m not there“ über Bob Dylan erhielt, inszeniert Schilling im Jungen Theater Bremerhaven (JUBI) jetzt das Stück „Dance me to the End of Love – Auf der Reise mit Leonard Cohen“. Ähnlich wie in dem Film werden die verschiedenen Facetten und Stationen im Leben des Künstlers durch fünf Schauspieler dargestellt. Henning Bäcker, Elif Esmen, Sascha Maria Icks, Kay Krause und Jakob Tögel schlüpfen in unterschiedlichen Szenen alle mehrmals in die Rolle von Leonard Cohen sowie in Begleitpersonen. Dies führt dazu, dass der erste Teil des Stückes stringenter als der zweite ist, damit der Zuschauer sich auch an dieses Stilmittel gewöhnen kann und die Reise zur Person Leonhard Cohen mit allen Sinnen genießen
kann. Für Dramaturg Peter Fliegel ist es wichtig, dass es keine „Chronologie im Stück gibt, um alle Facetten der Person Leonard Cohen zu zeigen“. Dazu gehört auch seine weibliche, feminine Seite, die ihm größtenteils in seiner Rolle als romantischer Poet bei den Frauen Erfolg bescherte.