Stiftungsrat vermisst für Renovierung die Mittel
BREMERHAVEN sh · Woher nehmen, wenn nicht durch Spenden. Das Schicksal der „Seute Deern“ hängt vor allem von einem Umstand ab: Woher sollen die geschätzten 32 Millionen für die Renovierung kommen. Der weitere Unterhalt ist da noch nicht eingerechnet. So beteuern alle ihren Willen zum Erhalt, schieben die Frage nach der Finanzierung aber mehr oder weniger munter vor sich her. Die Leitung des Schiffahrtsmuseums stellt unmissverständlich klar, dass hierfür im eigenen Etat das Geld fehlt. Da man ein Forschungsmuseum sei, sei die Frage auch erlaubt, so Direktorin Dr. Kleingärtner, wie man die Renovierung mit einem Forschungsprojekt in Übereinstimmung bringen könne. Der Stiftungsrat, aus dem sich einige Mitglieder auch schon im Initiativkreis für die Renovierung der „Seute Deern“ ausgesprochen hatten, verweist auf das Beispiel des soeben für einige Millionen Euro aus dem Bundesetat nach Hamburg verlegten Schiffes „Peking“. Letzte Woche sollte also dieser Stiftungsrat entscheiden. Das Urteil ist salomonisch. Die Sanierung wird befürwortet, die Mittel sollen extern aufgetrieben werden. Drei Beschlüsse fasste das Gremium. Erstens begrüßt der Stiftungsrat die Initiative des Arbeitskreises zur Erhaltung der „Seute Deern“. Er bittet den Initiativkreis seine Bemühungen zum Erhalt der „Seute Deern“ fortzusetzen, wobei der Stiftungsrat vorsorglich darauf hinweist, dass der Etat des DSM zur Zeit keine Mittel aufweist, die für den Erhalt der „Seute Deern“ eingesetzt werden können. Zweitens bittet der Stiftungsrat den Initiativkreis, seine Überlegungen bei nächster Gelegenheit dem Wissenschaftlichen Beirat des DSM vorzustellen. Der Wissenschaftliche Beirat wird um eine Stellungnahme gebeten, ob die „Seute Deern“ einen Forschungsgegenstand für das DSM darstellen könnte. Und drittens ist für die weiteren Bemühungen eine Einbindung in die touristischen Angebote, den Museumshafen und die Museumsmeile der Seestadt Bremerhaven vorzunehmen. Der Stiftungsrat bittet das Direktorium, in diesem Sinne die Einschätzungen der Zuwendungsgeber zu den Vorschlägen einzuholen und in der nächsten Sitzung des Stiftungsrates zu präsentieren. Mit anderen Worten, ohne fremdes Geld wird die Sanierung nicht erfolgen können. Was das genau heißt, bleibt abzuwarten. Denn schon jetzt dringt unaufhörlich Wasser in den Rumpf des Schiffes. Der Zustand ist verheerend, der Zerfall ohne Eingreifen sicher. Dass das Schiff zur Konservierung nicht an Land geholt wird, hat einen einfachen Grund. Es ist schon jetzt so marode, dass es wahrscheinlich zerbrechen würde. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Es fehlen halt nur die Geldgeber.