Wanderausstellung in der BBS Cadenberge eröffnet
CADENBERGE tw · „Der Bereich politische Bildung liegt uns sehr am Herzen“, so Conny Pülsch, stellvertretender Schulleiter der Berufsbildenden Schule (BBS) Cadenberge. Um so mehr freute er sich, am Mittwoch letzter Woche die Wanderausstellung „Gemeinsam gegen Rechtsextremismus“ des Niedersächsischen Verfassungsschutzes eröffnen zu können. „Interessiert und engagiert euch“, sagte Bürgermeister Wolfgang Heß in seinem Grußwort zu den in der Aula versammelten Schülern. Das fange schon im Kleinen an, etwa dem Entgegentreten von Mobbing an.
„Wenn wir in die Welt schauen, können wir es nicht hoch genug einschätzen, in einer Demokratie zu leben“, sagte Niels Ahlff, Fachgruppenleiter Politik, der zusammen mit Schulsozialarbeiter Carsten Schlomm und Beratungslehrer Andreas Schaper die Ausstellung an der Schule organisiert hat. „Lasst euch nicht von populistischen Strömungen mitreißen. Macht euch selber schlau und rennt nicht blindlings Parolen hinterher.“ Das ist auch das Ziel der Ausstellung, durch Aufklärung verhindern, dass sich junge Leute von extremistischen Strömungen angezogen fühlen. „Wenn ich den Rechtsextremismus bekämpfen will, muss ich ihn kennen“, betonte Dr. Sven Schönfelder, Referent des Niedersächsischen Verfassungsschutzes. Nur Aufklärung könne verhindern, dass sich junge Menschen vom Rechtsextremismus angezogen fühlten, der oft auf harmlose Art daherkomme, über Aktionen oder Konzerte. Dabei werde das menschenfeindliche Gedankengut oft in simple, unterschwellige Worte verpackt und über die sozialen Medien im Internet verbreitet. Etwa die Ressentiments gegen Flüchtlinge durch breite rechtspopulistische Strömungen kanalisiert. „Die Angst vor dem Islamismus dient ihnen als Türöffner.“ Neonazistische Kameradschaften hätten dagegen nicht mehr diese Strahlkraft, die Verbreitung der Ideologie lasse sich deshalb auch nicht an Zahlen festmachen.
Die Prävention müsse daher darauf ausgerichtet sein, die verschiedenen Erscheinungsformen zu erkennen und die Ideologie zu entlarven. „Wichtig ist Zivilcourage zu zeigen und sich gegen Rechtsextremismus zu stellen“, betonte Schönefelder.
Dabei soll die Ausstellung helfen, in deren Mittelpunkt drei Medientürme stehen, die mit rechtsextremistischen Musikstücken und Filmausschnitten von neonazistischen Demonstrationen, Reden, Veranstaltungen sowie im Internet verbreiteter Propaganda die verführerische Wirkung aktueller rechtsextremistischer Medienpräsenz auf Jugendliche zeigen. Zusätzlich haben die Besucher Gelegenheit, sich durch ausgestellte T-Shirts ein Bild von in der rechtsextremistischen Szene getragenen Bekleidungsstücken zu machen.
Die Ausstellung macht dabei auch deutlich, dass sich der Rechtsextremismus durch eine Ideologie der Ungleichheit auszeichnet und mit der Abwertung anderer Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit einhergeht. „Rassistische, antisemitische, islamophobe und homophobe Einstellungen bilden den Resonanzboden für rechtsextremistische Ideo­logen. Deshalb konfrontieren wir die Schülerinnen und Schüler mit rechtsextremis­tischem Gedankengut, um sie zum Nachdenken über Fremdenfeindlichkeit zu bewegen und nachhaltige Diskussionsprozesse anzustoßen“, so Schönefelder.
Begleitet wird die Ausstellung von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes, die durch die Ausstellung führen und zur Diskussion anregen.

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