Lösung gegen Müll

Mrz 21, 2018

Mak-Pak: Makroalgen als Verpackung
BREMERHAVEN tw · Sie werden immer beliebter – Snacks zum Mitnehmen. Doch sie verursachen eine Menge Müll. Müll, der durch das neue Kooperationsprojekt „Mak-Pak“ der Hochschule Bremerhaven, des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und der Nordsee GmbH verhindert werden soll. Am Mittwoch letzter Woche fiel mit der Unterzeichnung der Verträge der Startschuss für die Suche nach „Nachhaltigen Verpackungslösungen aus Makroalgen für den Lebensmittelhandel“. Es ist so etwas wie die „eierlegende Wollmilchsau“, die jetzt in Bremerhaven entwickelt werden soll, wie Nordsee-Chef Robert Jung (r.), findet. Eine Verpackung, „die extrem nachhaltig produziert wird und sich nachher vollständig zersetzt“, wie Dr. Britta Grote (2.v.r.) vom AWI genauer erklärte. Und im besten Fall sogar essbar sein soll. Zwei Jahre geben sich die Wissenschaftler Zeit zu forschen, um so schnell wie möglich einen Prototypen zu entwickeln. Grundlage der Forschung ist die Makroalge, bekannt als Seetang oder -gras. Dabei soll die ganze Alge und nicht nur Inhaltsstoffe genutzt werden, betonte Grote. Im Vordergrund stehen die Fragen „wie können wir die Alge verarbeiten, wie kriege ich die Alge in Form und wie bekomme ich sie stabil?“, so Projektleiterin Frederike Reimold, Professorin für Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Bremerhaven, die sich zusammen mit Rektor Prof. Peter Ritzenhoff (l.) darauf freut, dass das Projekt jetzt an den Start geht.„Es ist ein tolles Projekt, das wir in Kooperation mit dem AWI und der Nordsee GmbH auf die Beine gestellt haben“, so Ritzenhoff. Die Aufgabenteilung ist dabei klar definiert. Das AWI soll herausfinden welche Alge am besten geeignet ist, um sie zu Verpackungen zu verarbeiten, denn die Verpackungen sollen ausschließlich aus marinen, spezifischen Makroalgen-Rohstoffen zur Reststoffverwertung bestehen. Algen die jeder von uns, etwa als Inhaltsstoff von Sahne oder Zahnpasta im Haus habe, so Grote. Die Hochschule Bremerhaven kümmert sich darum wie diese Alge zerkleinert und verarbeitet werden kann. Wobei es wichtig sei, darauf zu achten, „dass die Verpackung lebensmittel­echt bleibt, keine negativen Wechselwirkungen entstehen und dass sie nicht aufweicht“, so Reimold. Das Verpackungsdesign soll dann von der Firma Nordsee konzipiert und in deren Filialen getestet werden. Dabei müssen sie laut Geschäftsführer Jung vor allem zwei Anforderungen erfüllen. Sie müssen für Frischfisch aber auch für heiße und kalte Gerichte geeignet sein. „Die Nachhaltigkeit liegt uns am Herzen“, betonte er, gerade im Hinblick auf den Trend zu „to-go-Produkten“. Schon jetzt setze die „Nordsee“ recyclebare und ökologisch abbaubare Verpackungen ein, die aber noch nicht optimal seien. Deshalb sei es dem Unternehmen wichtig gute Lösungen zu finden. „Wir freuen uns das Projekt begleiten und unterstützen zu können.“
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Leitung und Koordination des Projekts liegen bei der Hochschule Bremerhaven.

Dr. Britta Grote vom AWI, Prof. Peter Ritzenhoff, Rektor der Hochschule Bremerhaven und Nordsee-Geschäftsführer Robert Jung unterschrieben die Kooperationsverträge (v.l.) • Foto: tw

 

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