Live-Sendung im Hörfunk versuchte sich am Thema

CUXHAVEN sh · Der Wolf ist zurück, und je nach Interessenslage wird er bejubelt oder verdammt. Die Argumente sind seit Monaten ausgetauscht und nun wartet man auf die Reaktion der Politik. Mit dem neuen Umweltminister in Hannover Olaf Lies präsentiert sich die Politik dabei als an einer Lösung interessiert. Radio Bremen ließ es sich nicht nehmen, dazu eine Live-Sendung im Kreishaus in Cuxhaven zu organisieren. Denn Lies kündigte an, im Notfall härter durchzugreifen. „Wir sind beim Artenschutz zu einem Punkt gelangt, beim die Akzeptanz der Bevölkerung entscheidend ist.“
Moderator Stefan Pulß nahm diese Aussage zum Anlass, Deichschäfer Kay Krogmann nach dessen Akzeptanz zu fragen. Krogmann verwies darauf, dass trotz aller möglichen Schutzmaßnahmen bei ihm und seinen Kollegen das Ende der Fahnenstange erreicht sei. „40.000 Euro Schaden und keine Sicherheit. Ich bin in meiner Existenz bedroht.“ Zumal er auf die entsprechende Entschädigung, die sich jedoch nur auf die gerissenen Tiere belaufe, bis zu einem halben Jahr warten müsse. Die ausgegebenen 40.000 Euro für Schutzmaßnahmen zahle ihm niemand. Dass die momentane Situation nicht zu einer höheren Akzeptanz bei den Betroffenen führe, musste der Vertreter des Ministeriums Jens Palland zugeben. Warum aber gerade das Cuxland unter so vielen Rissen von Nutztieren zu leiden habe, konnte er nicht beantworten. „Wir haben 300 Fälle landesweit, davon die Hälfte im Cuxland.“ Kreisrätin Babette Bammann verwies darauf, dass der Kreis eine sachliche Diskussion führen wolle, um das Zusammenleben von Wolf und Mensch zu fördern.
Dazu beitragen könnte der Umstand, dass momentan nur vier Tiere vor Ort wären, wie Wolfsberater Wolfgang Kück ausführte. „Drei Wölfe sind abgewandert oder illegal erlegt worden.“ Gerade die illegalen Abschüsse hätten zur Folge, dass mehr Nutztiere gerissen würden. „Der Tod der Fähe 2016 hat einen dramatischen Anstieg an Rissen bei Haustieren erzeugt.“ Da mache der Vorschlag aus dem Umweltministerium eines Besenderns aller Wölfe erheblich mehr Sinn.
Für Deichschäfer Krogmann ist die Initiative von Umweltminister Lies ein gutes Zeichen. „Lies scheint zu helfen“ so Krogmann. Ob ihm das bei der mitunter bis zur Sachbeschädigung gehenden Diskussion mit Wolfsbefürwortern weiterbringe, sei eine andere Frage. Zumal die Täter beim letzten Mal auch die Trecker Scheibe eines fremden Fahrzeuges demolierten. „Der Wolf präsentiert sich mitunter als intelligentes Tier, der Mensch weniger.”

 

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