„Schweizer Krankheit“: DAH sucht junge Leute für Studie
BREMERHAVEN re · Das Deutsche Auswandererhaus (DAH) Bremerhaven beschäftigt sich in einer neuen Studie mit dem Thema Heimweh. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Wesen der „Schweizer Krankheit“. So benannt, da im 17. und 18. Jahrhundert Heimweh vor allem bei Schweizer Soldaten im Auslandseinsatz zum ers­ten Mal diagnostiziert wurde. Im Mittelpunkt der Studie am DAH stehen Studierende: Wann tritt bei ihnen Heimweh auf? Welche Rolle spielen in diesem Kontext die sozialen Medien? Diese und weitere Fragen möchte das preisgekrönte Migrationsmuseum mit Hilfe von Studenten aus Bremerhaven, Bremen, Oldenburg und Osnabrück klären. Ergebnisse aus kurzen, persönlichen Interviews sollen den Grundstein für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema legen. Kontext ist das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Pilotprojekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“. Es entwickelt und erprobt innovative Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technologien für die Vermittlung, Kommunikation, Interaktion und Partizipation in Museen. Das DAH ist einer von sechs Projektpartnern, darunter die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Stiftung Humboldt Forum sowie das Deutsche Museum München.
Evaluationen haben am DAH eine lange Tradition: Seit der Gründung im Jahr 2005 sind über 20.000 Besucher zu vielen Themen befragt worden. Mit seiner neuen Studie möchte das Migrationsmuseum nun einen besonderen Aspekt des Verlassens der Heimat untersuchen. „Heimweh ist spannend, da es Menschen mit und ohne Migrationshintergrund verbindet. Zukünftig werden an permanenten Stationen der Dauerausstellung des Museums auch verstärkt Evaluationen rund um das Thema Migration den Besuchern angeboten“, erklärt Katie Heidsiek eine Möglichkeit der Umsetzung im Rahmen von „museum4punkt0“. Die Wissenschaftlerin ist für das Projekt am DAH tätig und unter anderem mit der Konzeption von Befragungen befasst.
Studierende stehen im Fokus der aktuellen Studie. „Viele junge Menschen ziehen für ihre Hochschulausbildung in eine andere Stadt oder gehen für ein, zwei Semester ins Ausland. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Erfahrung mit Heimweh haben, ist hoch“, erklärt Heidsiek die Wahl der Zielgruppe. An der Teilnahme interessierte Studenten sollten für ihr Studium nach Bremerhaven, Bremen, Oldenburg oder Osnabrück gezogen sein beziehungsweise ein Auslandssemester absolviert haben. „Die Entfernung zur Heimatstadt spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sie verlassen wurde“, so Heidsiek.
Wer seine Erfahrung mit dem DAH teilen möchte, wird nach der ersten Kontaktaufnahme zu einem kurzen persönlichen Gespräch eingeladen. Anfallende Fahrtkosten (Bahn, 2. Klasse) werden übernommen. Im Anschluss an das Interview warten auf die Teilnehmer Kaffee und Kuchen sowie ein Gutschein für zwei Personen für das Erlebnismuseum. Interessenten können sich bis zum Freitag, 27. April, bei Teresa Grunwald von der Pressestelle des Deutschen Auswandererhauses unter (0471) 90 22 02 04 oder per E-Mail presse@dah-bremerhaven.de melden.
www.dah-bremerhaven.de

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