IG Lotsenviertel vertagt Entscheidung zur Auflösung
CUXHAVEN re · Am vergangenen Donnerstag lud der Vorstand der Interessengemeinschaft Lotsenviertel zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Einziges Thema: Soll der Verein sich mangels Mitglieder auflösen? Thorsten Larschow, seit mehr als zwanzig Jahren erster Vorsitzender, begrüßte die Anwesenden dann auch mit den Worten: „Schön, dass zu der Sitzung heute mehr als doppelt so viele Mitglieder erschienen sind, wie bei der letzten Jahreshauptversammlung.“ Und das ist auch genau das Problem. Die IG Lotsenviertel hat in den letzten Jahren viel für das Image und die Bekanntheit getan, aber es werden immer weniger Mitglieder. Christine Modlinger, stellvertretende Vorsitzende: „Bei einem Potenzial von circa 120 Mitgliedern haben wir zur Zeit gerade einmal 23 Mitglieder. Und von diesen können wir auch nur knapp die Hälfte zu den Aktiven zählen, mit denen wir unsere Aktionen wie Flohmarkt oder Jan Cux Geburtstag organisieren und vorbereiten können.“ Thors­ten Larschow zeigte sich nicht nur enttäuscht von dieser Entwicklung, er gab auch ganz praktische Beispiele für den schwindenden Einfluss der IG: Bei der derzeitigen Mitgliederzahl ist es nicht nur schwer, Politik und Verwaltung von der Einheit des Viertels zu überzeugen, auch die Weiterführung von Aktionen wie beispielsweise dem Werbebus in Cuxhaven und Stade sind aufgrund fehlender finanzieller Mittel vom Scheitern bedroht.
Bei der folgenden Diskussion mit Mitgliedern und Gästen wurde deutlich, dass die IG Lotsenviertel auf viel Zuspruch und Anerkennung zählen kann. So zeigte sich Günter Wichert, Inhaber von „ebbe & flucht – escapes rooms Cuxhaven“, begeistert: „In meiner dreijährigen Zeit in Cuxhaven habe ich die IG Lotsenviertel als aktive und präsente Werbegemeinschaft hier kennen gelernt und würde gerne Mitglied werden, auch wenn mein Geschäft nicht im Viertel ist.“
Als auch ein Anwohner sein Interesse bekundete, wurde klar, was der Vorstand von seinen derzeitigen Mitgliedern erwartet. Zum einen aktive Mitgliederwerbung, entweder bei Geschäftsleuten oder bei Anwohnern als Fördermitglieder, als auch rege Beteiligung aller im Lotsenviertel an der diesjährigen Werbemittelumlage, um den Werbebus auch weiter finanzieren zu können. Als Richtwerte für eine Fortführung der Arbeit der IG wurden 200 Euro monatlich als Werbemittelumlage und mindes­tens 20 neue Mitglieder bis zur Jahreshauptversammlung Ende Mai, Anfang Juni angestrebt. Andernfalls wird der Vorstand seinerseits die Auflösung der IG Lotsenviertel auf die Agenda setzen und nach der Versammlung mit den Formalitäten hierfür beginnen.
Das Ergebnis dieses Ultimatums ist auf jeden Fall noch offen, da die Anwesenden sowohl Formulare für Werbemittelumlage als auch Beitrittsformulare mitnahmen.

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