LANDKREIS tw · Mit einer Überraschung wartete der Kreisparteitag der CDU am Freitag in Rüsch‘s Sommergarten in Ihlienworth auf – Frank Berghorn, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, wirft seinen Hut als Landratskandidat in den Ring. Seine Motivation: Das Wissen, dass sich viele Menschen wieder einen Landrat aus der CDU wünschten, und „die schwere Arbeit der letzten Monate“. Das heiße, dass die Politik viele Aufgaben auf den Weg gebracht habe, die auch die Verwaltungsseite hätte abarbeiten können. Berghorn will eine Kreisverwaltung, „die klare Ziele setzt, die von Innovativion, Zukunftsausrichtung und Flexibilität geprägt ist. Und wir müssen dem Landkreis wieder ein Profil geben, das Wirkung hat und brauchen einen Landkreis, der sich nach außen hin besser darstellt“. Er habe bereits ein Team an seiner Seite, das seine Kandidatur unterstützt, auch von Menschen, die nicht der CDU angehören. Der Kreisvorsitzende Enak Ferlemann, Parl. Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, rechnet damit, dass sich noch weitere Kandidaten für das Amt des Landrats melden werden. Eine Mitgliedervollversammlung soll noch vor den Sommerferien den CDU-Kandidaten wählen, betonte er.
Im Mittelpunkt des Parteitags stand jedoch die Verjüngung des Vorstands, in dem Enak Ferlemann, der einst als Jüngster im Vorstand seine politische Karriere begann, mit 54 Jahren mit Abstand das älteste Mitglied ist. Bei der Wahl wurde er mit 96 Prozent der Stimmen in das Amt des Vorsitzenden wiedergewählt. Zu seinen Stellvertretern wählten die Mitglieder Thiemo Röhler, 38 Jahre, mit 93 Prozent erneut in den Vorstand. Neu sind Maren Würger, 36 Jahre, die ebenfalls 93 Prozent der Mitgliederstimmen auf sich vereinen konnte, und Lasse Weritz, 31 Jahre, der 96 Prozent der Stimmen erhielt. Einstimmig ist Jörg Sagemühl, 42 Jahre, in seinem Amt als Schatzmeister bestätigt worden. Ulrike Schmidt, 24 Jahre, ist die neue Schriftführerin (99 Prozent) und Matthias Keck, 28 Jahre, wurde mit 96 Prozent zum Mitgliederbeauftragten ernannt.
Wenn neue junge Leute in den Vorstand aufrücken, gilt es auch „alte“ zu verabschieden. Mit dem Abschied von Astrid Vockert, „geht nach 30 Jahren im Vorstand eine Ära zu Ende“, so Ferlemann. Er dankte ihr für ihre langjährige Arbeit als stellvertretende Vorsitzende, ebenso wie seinem Stellvertreter Georg Haar, der 22 Jahre dem Vorstand angehörte, sowie Schriftführerin Angela Ott, die lange Jahre auch als Geschäftsführerin für die CDU tätig war.
Gerade in der ländlichen Region gelte es viele Zukunftsfragen zu beantworten, etwa was passieren muss, wenn sich die Post, der Einzelhandel oder Ärzte aus den Dörfern zurückziehen. „Diese Zukunft wollen wir für und mit der jungen Generation gestalten“, betonte Ferlemann. Deshalb freute er sich, dass so viele junge Menschen im Kreisverband bereit seien Verantwortung zu übernehmen und auch unangenehme Entscheidungen zu tragen. „Dass so viel Jugend bereit ist Verantwortung zu tragen, gibt Anlass zur Hoffnung“, bestätigte der Europaabgeordnete David McAllister, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament.
In seinem Bericht warf Enak Ferleman einen Blick zurück auf Bundes- und Landtagswahl und bescheinigte dem Kreisverband „Einfluss bis auf die Bundesebene“ und „einen guten Zusammenhalt, der viele von uns auf gute Positionen gebracht hat, in denen sie Gutes für die Menschen im Landkreis bewirken können“. In Sachen Landtagswahl konnte er sich einen Seitenhieb auf die Landes-CDU nicht verkneifen. „Wir hätten die Wahl so nicht organisiert. Schade, dass sie uns nicht gefragt haben, wir hätten es besser gemacht.“ Mit Kai Seefried, Vorsitzender der Kreis-CDU Stade, sei inzwischen ein Mann aus der Region Generalsekretär, „der neuen Schwung und neue Ideen ganz in unserem Sinne nach Hannover bringt“.
Ein Lob hatte er für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – „ein solider, ehrbarer Mann“ – übrig. „Ein Glück, dass wir ihn an dieser Stelle haben.“ Hätte er doch seinen ehemaligen Parteigenossen ins Gewissen geredet Verantwortung zu übernehmen und in die Koalitionsgespräche einzutreten. Für alle Kritiker, die bei der Regierungsbildung mit Sorge den Wegfall des Finanzministeriums betrachteten, gab er mit auf den Weg, dass der jetzige Finanzminister Olaf Scholz (SPD) seine Sache gut machen werden. „Der kann das, da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ Den CDU-Ministern bescheinigte er insgesamt gute Leute zu sein. Vor allem Gesundheitsminister Jens Spahn „wird mit vielen Ideen überraschen“. Dass er als „Troubleshooter“ auffalle, sei Vorrecht der Jugend.

Der neu gewählte Vorstand mit seinem Vorsitzenden Enak Ferlemann (4.v.r.) und dem Fraktionsvorsitzenden und Landratskandidaten Frank Berghorn (r.) • Foto: tw

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