BREMEN re · Durch den warmen Sommer einige Wochen früher als üblich wird der NABU mit Anfragen nach der Gefährlichkeit von Wespen und Hornissen überhäuft. „Viele Anrufer sind unsicher, ob Wespennester im Garten oder am Haus gefährlich sind“, so NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann. In den meisten Fällen reichten ein paar Fakten aus dem Leben dieser Tiere, um Besorgnisse aus dem Weg zu räumen. Viele Anrufer seien durchaus interessiert, mehr über den speziellen Lebenszyklus von Wespen, Wildbienen und Hummeln zu erfahren.
Den wenigsten Menschen sei beispielsweise bekannt, dass diese Insektenvölker nur wenige Monate existieren. Im Spätsommer schlüpfen die neuen „Königinnen“, die sich nach dem Hochzeitsflug Reserven für den Winter anfressen, um dann an frostfreien Orten wie Mauerritzen, Holzstapeln oder Dachböden zu überwintern. „Im Frühjahr erwachen nur die Königinnen wieder und beginnen an einer geeigneten Stelle den Bau eines neuen Nestes. Alte Nester vom Vorjahr werden nicht wieder besiedelt“, beruhigt der NABU-Mann.
Die ersten wenigen Larven werden noch von der Königin selbst herangezogen und bleiben vom Menschen meist unbeachtet. Dann übernehmen die neuen Arbeiterinnen diesen Job und die Königin konzentriert sich auf Fressen, Verdauen und Eier legen. Das hat dies Jahr wegen des warmen Wetters besonders gut und deutlich früher geklappt: Bereits jetzt haben die Wespennester die größte Individuenzahl, insgesamt ist es ein gutes Jahr für die nützlichen Tiere. Sie sammeln eine Unmenge anderer Insekten als Nahrung ein und spielen in den Stoffkreisläufen der Ökosysteme eine wichtige Rolle als „Gesundheitspolizei“.
„Selbstverständlich sollten Insektenvölker nicht gestört werden, es ist klar, dass die Tiere dann ihre Brut verteidigen“, bittet Hofmann um Rücksichtnahme und Verständnis. Mit einem Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern lasse sich mit Wespen und erst recht mit den stoischen Hornissen in guter Nachbarschaft für einen Sommer leben. Von sich aus seien die Tiere keineswegs aggressiv und Geschichten über die besondere Gefährlichkeit von Hornissenstichen seien schlicht Märchen. Lediglich bei Kleinkindern und Personen mit Allergien gegen Wespengift ist mehr als die übliche Vorsicht anzuraten.
Andere Arten wie Wildbienen und die flauschigen Hummeln haben sowieso alle Sympathien auf ihrer Seite, gehören sie doch zu den wichtigsten Blütenbestäubern im Garten. Etliche Anrufer erfragen beim NABU, wie sie diesen Tieren im eigenen Garten helfen können. „Grundlage für zahlreiche Insektenbesuche im Garten sind die heimischen Wildpflanzen. Ihre Blüten locken unterschiedlichste Arten an. Die Nester werden dann gerne in lockerem Gartenboden oder Steinhaufen an sonniger Stelle gebaut“, rät der NABU.
Speziell für Wildbienen, die ihre Eier in Ausfluglöchern von holzbohrenden Insekten ablegen, können vorgebohrte Holzblöcke oder Lochsteine als Nisthilfen ausgebracht werden. Allerdings sind die Anforderungen an Nistplätze so vielfältig wie die Insektenwelt selber. Und ohne heimische Blumen in der Nähe sei jedes Insektenhotel reine Deko, betont der NABU.
Mit Unterstützung des Umweltsenators werben die Naturschützer für insektenfreundliche Gärten  und zeigen auf ihrem Gelände viele gute Beispiele. Eine Führung rund um das Thema findet am Mittwoch, 1. August, ab 18 Uhr im Vahrer Feldweg 185 statt.

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