Hollywood in Osten

Jul 25, 2018

OSTEN sh · Igel Hans, gespielt von Farej, einem Jugendlichen aus dem Iran, ist außer Atem. Gerade hat er die schlechte Nachricht überbracht, der Sheriff schieße im Saloon um sich. Nun müssen Menschen und zweibeinige Tiere ihre Stadt Adamstown gegen das Böse verteidigen.
Adamstown ist in diesem Fall Osten. Am Kirchplatz geht es zu wie in Hollywood. Regisseure und Schauspieler, Statisten, Kostümbildner und Visagisten und natürlich Filmtechnik vom Feinsten. Über 50 Menschen mit und ohne Behinderung sowie mit und ohne Fluchtgeschichte von vier bis 74 Jahren stehen fast vier Wochen bei „Adamstown“ vor und hinter der Kamera. Das ABC Bildungs- und Tagungszentrum, die Hüller Medienwerkstatt e.V. bringen gemeinsam mit DirectorsCut.ch und dem Kwetu Film Institute aus Kigali in Ruanda Menschen aus aller Welt zusammen, um einen Western im Kehdinger Land und Hamburg zu drehen. „Wir erzählen eine Geschichte über Tiere und Menschen, die über Unterschiede stolpern und Gemeinsamkeiten entdecken. Wir wollen gemeinsam stolpern und entdecken“, heißt es dazu von den Produzenten. Die beteilig­ten Kooperationspartner bringen dabei mehrere Projekte unter einen Hut. Vom mehrtägigen Kinderworkshop, über Filmsprachwerkstätten bis hin zu einer deutsch-ruandischen Jugendbegegnung – eingebettet in ein politisches und kulturelles Bildungsprogramm, wird dabei durchgehend an dem Spielfilm gearbeitet. Grundlage des Drehbuches ist der Comic „Adamstown“ der Hamburger Künstlerin Verena Braun. Mit deutschsprachiger Country-Musik wird daraus ein Kinofilm in Volllänge.
In der Geschichte leben, streiten und versöhnen sich Menschen mit Tierfabelwesen um die Macht in dem fiktiven Ort Adamstown. Zwei Regisseure hat der Film. Patrick Merz und Henning Wetzel-Herber haben dabei in Osten einen perfekten Drehort gefunden. Mit nur wenig Aufwand haben sie den Kirchplatz zur Ortsmitte von Adamstown verwandelt und nun sorgen Kutsche, Colt-tragende Frauen und rumlungernde Bösewichte für eine Atmosphäre von „High-Noon“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“. Der Film wird nach Fertigstellung sowohl in den Kinos der Region gezeigt, als auch auf Festivals und Veranstaltungen zu sehen sein.

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