OTTERNDORF mb · Die Ausstellung „Klirrfaktor im Brillanzbereich“ in der Galerie der Stadtscheune lädt die Besucher seit Dienstag, 24. Juli, bis zum 2. September immer dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr dazu ein, Kunst mit allen Sinnen zu erforschen.
Carsten Nickel, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Otterndorf, kam in seiner Begrüßung gleich auf den Punkt: „Das ‚Objektensemble 2016‘ im ersten Stock zeigt deutlich, wie begeis­ternd Kunst zum Anfassen für alle Altersklassen sein kann.“ Auch die handwerkliche Arbeit sei in ihrer Differenziertheit deutlich zu sehen: „Die filigranen Verdrahtungen im Gegensatz zu den großformatigen Objekten und die vielschichtigen Gemälde zusammen mit den einfarbigen Objekten zeigen zwei Künstlerinnen, die auf unterschiedlichste Art und Weise und doch harmonisch an ihre Arbeiten herangehen.“
Galeristin Claudia Postel aus Hamburg verwies in ihrer Begrüßung auf zwei weitere Bereiche, in denen die Ausstellung wirkt: „Der Titel der Ausstellung ‚Klirrfaktor im Brillanzbereich‘ kommt aus der Akustik. Klirrfaktoren sind Verzerrungen eines Signals, im Brillanzbereich sind diese für Menschen hörbar. Die Arbeiten von Kathrin Haaßengier, die auch regelmäßig in meiner Galerie ausstellt, leben neben der filigranen Technik von der Akustik und den Signalen der Motoren und Schalter. Hierdurch wirken ihre Werke pulsierend vor Energie und verwandeln die Ausstellungsräume in Gesamtwerke. Birgit Brandis macht ihre Werke auf andere Weise hörbar. Bei ihr ‚sieht und hört‘ man anhand der Ergebnisse quasi den Arbeitsprozess, bei dem aus vielen verschiedenen Schichten das Ergebnis mit Griffel oder Spachtel regelrecht herausgestemmt wird.“ Beiden Künstlerinnen, die eine enge Freundschaft seit den Tagen ihrer Wohngemeinschaft als Studentinnen in der Klasse von Professor Gustav Kluge verbindet, ist eine Leidenschaft für Mathematik gemein. Wie Galeristin Postel erläutert: „Um eine größtmögliche Harmonie in den einzelnen Werken und im Zusammenspiel unterein­ander zu erlangen, wenden beide Künstlerinnen mathematische Grundsätze an.“
Diese Harmonie trotz aller Unterschiede begeisterte auch die zahlreichen Gäste der Eröffnung und wie Klaus Wycisk, Vorsitzender der Ortsgruppe Otterndorf von Griffelkunst e.V. feststellte: „Auch die sieben Kurzfilme über die Schaffungsprozesse der Künstlerinnen, gezeigt bei der Ausstellungseröffnung, fügen sich hervorragend in die Gesamtausstellung ein!“
Somit ist es den beiden Künstlerinnen Kathrin Haaßengier und Birgit Brandis gelungen, eine Ausstellung in der Galerie der Otterndorfer Stadtscheune zusammenstellen, die es mit allen Sinnen zu erforschen gilt und die Harmonie trotz der Unterschiede forciert.

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