Sie schlafen schlecht bei Vollmond? Und diese Hitze … Wunderbar. In der Nacht von Freitag auf Sonnabend sollten Sie ohnehin besser die Augen offen halten: Genau dann nämlich können Sie am nächtlichen Himmel die Längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts erleben. Mondfinsternis, das heißt: Sonne, Erde und Mond stehen genau in einer Linie. »Man sieht den Vollmond in den Erdschatten wandern und sich verdunkeln«, erklärt Thomas Kraupe, Astrophysiker und Direktor des Planetariums Hamburg. Um 21.30 Uhr verschwindet der Mond im Kernschatten der Erde, wird aber nicht komplett unsichtbar, sondern tiefrot. »Die Erdatmosphäre lenkt den rötlichen Teil des Sonnenlichts in den Erdschatten«, erklärt Kraupe. »Man nennt das umgangssprachlich den Blutmond.« Damit nicht genug: Auch der Mars mischt im kosmischen Spektakel mit und schiebt sich ins Blickfeld. »Der Mars ist uns dann so nah wie seit 15 Jahren nicht mehr«, sagt Kraupe. Um Punkt 23 Uhr sind die beiden Himmelskörper gleichzeitig zu sehen: Oben der rote Vollmond, fast exakt darunter der Mars als heller, rötlicher Punkt. »Blutmond« trifft im Sternbild Steinbock auf Mars, den Himmelskörper des antiken Kriegsgotts – klingt unheimlich? »Menschen, die der Sterndeuterei verfallen sind, halten das womöglich für ein schlimmes Zeichen«, sagt der Astrophysiker. »Aber das sind Analogieschlüsse, die die Menschen zogen, als sie noch keine Wissenschaft betrieben.« Statt sich kosmisch bedingtes Unwohlsein einzureden, könne der Mensch das Schauspiel der Himmelskörper auch ganz bodenständig genießen. Eine spezielle Brille braucht es dazu übrigens nicht, auch keine besondere Kamera. Ein Kompass könnte jedoch hilfreich sein. »Man braucht auf jeden Fall freie Sicht auf den Horizont Richtung Süd-Süd-Ost«, sagt Kraupe. Die Voraussetzungen sind ganz gut; bis jetzt verspricht der Wetterbericht einen weitgehend wolkenlosen Himmel. Quelle: Hamburger Abendblatt

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