BREMERHAVEN tw · Die Zukunft des Deutschen Auswandererhauses (DAH) ist gesichert. Mit ihrer Unterschrift unter den neuen Betreibervertrag besiegelten am Mittwoch letzter Woche die geschäftsführende Direktorin Dr. Simone Eick und Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen GmbH und Co.KG (BEAN) die Partnerschaft zwischen DAH und Stadt Bremerhaven bis ins Jahr 2035. Hierzu gehört auch die Erhöhung der Zuschüsse der Stadt um 90.000 auf 360.000 Euro. Ein Schritt, „mit dem wir Planungssicherheit schaffen wollen“, so Oberbürgermeis­ter Melf Grantz. Damit ist der Weg frei für eine weitere bauliche und konzeptionelle Erweiterung des Museums. Wie diese genau aussehen soll ist noch in der Planung. Simone Eick und Andreas Heller als Gesellschafter der seit letztem Jahr gemeinnützigen Deutschen Auswanderer GmbH wollten und konnten deshalb noch nicht zu viel verraten, aber nach Auswanderung und Einwanderung „wollen wir uns damit beschäftigen, was die Menschen, die hier leben, über die Einwanderung denken“. Die genauen Pläne wollen sie Ende des Jahres vorstellen, bis dahin soll auch der Bauantrag für die Erweiterung vorliegen.
Auch Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner freute sich, dass mit dem preisgekrönten Migrationsmuseum, einer der stärksten kulturellen Leuchttürme des Bundeslandes weitergeführt wird. „Mit seiner Dauerausstellung und den vielen Aktivitäten genießt das Museum regelmäßig bundesweite Aufmerksamkeit und schafft einen gesellschaftlichen Mehrwert, von dem nicht nur die Stadt, sondern das ganze Land Bremen profitiert.“ Das sei vor allem den beiden Gesellschaftern zu verdanken, wie OB Grantz deutlich machte. „Wir haben mit Dr. Simon Eick und Andreas Heller zwei engagierte Kämpfer, für die das Haus ihr Lebenswerk ist“, so Grantz. Selten habe er ein so selbstloses Engagement erlebt. Ein Engagement, das das Auswandererhaus in kürzester Zeit zu einem Erfolg gemacht habe. 2005 gegründet, wurde das DAH bereits zwei Jahre später als „Museum of the Year“ ausgezeichnet, womit dem Museum der Sprung auf die internationale Ebene glückte. „Damit spielt das Deutsche Auswandererhaus in einer Liga mit dem „Victoria and Albert Museum in London oder dem Guggenheim-Museum in Bilbao.“
Rund 2,5 Millionen Besucher haben das Museum seit der Eröffnung im August 2005 besucht. Laut Statistik des Bremer Kultursenators gehört es zu den besucherstärks­ten Museen des Landes Bremen und zählt laut Institut für Museumsforschung in Berlin zu den 3,4 Prozent der meistbesuchten Museen in Deutschland. Angefangen als populärwissenschaftliche Ausstellung hat sich das Auswandererhaus zu einem Forschungsmuseum entwickelt, das sich seit 2012 in einem Anbau auch der Migration annimmt. Wodurch das Museum auch hochpolitisch wurde, so Grantz. „Denn mit der Einwanderung hat Deutschland mehr Probleme als mit der Auswanderung.“ Deswegen sei der Aussage von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „Nie war Ihre Arbeit so wichtig“ wenig hinzuzufügen. Eine Arbeit, die Dank des neuen Betreibervertrages auf sicheren Füßen steht.

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