ELBE-WESER re · Mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind auch Neuzugewanderte aus dem Elbe-Weser-Raum an den Start gegangen. Die Berufe, die sie erlernen werden, reichen von Hotelfachleuten über Fachlageristen bis hin zu Zerspanungs- und Konstruktionsmechanikern.
Viele der frisch gebackenen Auszubildenden aus dem Kreis der Geflüchteten haben in ihren Unternehmen zuvor eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) absolviert, das heißt, ein langfristiges, ausbildungsvorbereitendes Praktikum von sechs bis zwölf Monaten. Gerade für Neuzugewanderte, die mit dem deutschen Ausbildungssystem nicht vertraut sind, ist diese Maßnahme besonders interessant. Sie ermöglicht ihnen, einen späteren Ausbildungsberuf, ein Unternehmen sowie das Berufsleben in Deutschland kennenzulernen.
Auch für Unternehmen stellt die Einstiegsqualifizierung ein effektives Instrument dar, um mit potenziellen Auszubildenden aus dem Kreis der Geflüchteten in Kontakt zu treten und auf diesem Weg ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen in der betrieblichen Praxis zu testen.
Viele Unternehmen nehmen diese Möglichkeit in Anspruch und melden ihre freien EQ-Plätze der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade. Rund 80 Prozent dieser EQ-Plätze sind auch für Personen mit Basiskenntnissen der deutschen Sprache geeignet. Circa 70 Prozent der bereits in diesem Jahr vergebenen EQ-Plätzen gingen an Neuzugewanderte. „Dies zeigt eine hohe Bereitschaft der Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum, Flüchtlingen eine Berufsperspektive zu geben“, sagt Kirill Ulitskiy, Willkommenslotse der IHK Stade. Er unterstützt Unternehmen bei der Besetzung von freien EQ- und Ausbildungsplätzen mit Geflüchteten.
Die IHK Stade geht selbst mit gutem Beispiel voran. Nach erfolgreichem Abschluss einer EQ-Maßnahme hat Peter Al Yaakoub aus Syrien eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei der IHK begonnen. „Die Einstiegsqualifizierung hat meine Chancen auf den gewünschten Ausbildungsplatz wesentlich erhöht. Die Teilnahme an der EQ-Maßnahme kann ich nur weiterempfehlen“, so Al Yaakoub.
Auch Betriebe äußern sich positiv, wenngleich es im Einzelfall durchaus auch einmal nicht so gut klappt, weil die Sprachkenntnisse doch noch nicht ausreichen oder die Eingliederung in die deutsche Arbeitskultur zu wenig gelingt. Sehr angetan von ihrer neuen Auszubildenden ist Tanja Dede, Geschäftsführerin im Hotel „Zur Einkehr“ in Stade: „Wir habe eine Irakerin über die Einstiegsqualifizierung jetzt als neue Hotelfachfrau-Auszubildende eingestellt. Es macht viel Freude zu sehen, wie wissbegierig sie sich den Herausforderungen jeden Tag stellt. Selbst den theoretischen Teil ihrer Führerscheinprüfung hat sie bereits bestanden.“
Interessierte Unternehmen, die Neuzugewanderten eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt geben wollen, können ihre freien EQ-Plätze an die IHK Stade melden. Ansprechpartner ist Kirill Ulitskiy unter (04141) 524-267 oder E-Mail kirill.ulitskiy@stade.ihk.de.

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