BREMERHAVEN sh · „Die Arbeit wird Deutschland nicht ausgehen, aber die Arbeit wird anders sein.“ Hubertus Heil nutzte den Sommerempfang der Arbeitnehmerkammer Bremen für klare Worte. Und machte auch gleich deutlich, wer seiner Meinung nach für eine solide Ausbildung verantwortlich ist. „Qualifizierung ist erst mal Aufgabe der Unternehmen selbst“, so der Arbeitsminister. Das bedeute aber nicht, dass der Bund sich vor seiner Verantwortung für die Arbeitnehmer drücken werde. Doch wüssten die Betriebe selbst am besten, welche Anforderungen sie an ihre Mitarbeiter stellen müssten.
Wie jedes Jahr hatte die Arbeitnehmerkammer Bremen zu ihrem Sommerempfang Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft geladen. Und die kamen zahlreich, nicht nur um dem Arbeitsminister zu lauschen, sondern auch das Treffen zum Netzwerken zu nutzen. Die Voraussetzungen waren bestens. Der diesjährige Sommerempfang fand, irgendwie eine Hommage an das gute Wetter, im Bremerhavener Strandbad statt. Gastredner Hubertus Heil nutzte die Gunst der Stunde, um zu seinem Hauptanliegen, der Teilhabe aller am Arbeitsmarkt, ausführlich Stellung zu beziehen. Was die Mitglieder der Arbeitnehmerkammer erfreute. Diese sind, so bestimmt es das Gesetz, alle im Bundesland Bremen abhängig Beschäftigten mit Ausnahme der Beamten. Zurzeit sind dies rund 390.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie eine große Anzahl an Minijobbern. Auch Arbeitslose, die zuletzt ihren Arbeitsplatz im Land Bremen hatten, bleiben Mitglieder der Arbeitnehmerkammer. Und da kommen Worte, die den Weg zur Weg zur Vollbeschäftigung andeuten, gerade Recht.
Ohnehin konnte der Arbeitsminister auf den höchsten Beschäftigungsstand und die niedrigste Arbeitslosenquote seit Jahrzehnten verweisen. Hier fand er auch für die Beschäftigungspolitik des Bremerhavener Magistrats lobende Worte. Auch auf den Zusammenhang von Bildung, Ausbildung und Teilhabe am Arbeitsmarkt verwies Hubertus Heil. So sei die Ansiedlung von verschiedenen Forschungsinstituten und der Ausbau der Hochschule ein Zeichen der positiven Entwicklung der Stadt. Probleme sieht er vor allem beim Fachkräftemangel, der Kehrseite von fehlender konjunkturbedingter Arbeitslosigkeit. Und die Ängste so manches Arbeitnehmers, beim Strukturwandel durch Digitalisierung auf der Strecke zu bleiben, nimmt der Arbeitsminister ernst. „Natürlich werden Beschäftigte durch neue Berufsfelder auch neue Aufgaben wahrnehmen müssen.“ Hier werde die Politik in die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer investieren. Für Bremerhaven und die Region sind die Aussichten, trotz einer immer noch zu hohen Arbeitslosenzahl den Anschluss an den Rest des Bundes wieder zu gewinnen, also erstaunlich gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.