LANGEN tw · Für eine kurze Zeit war sie ein Hingucker auf dem Marschensee in Langen – die Kleinwindenergieanlage des Masterstudiengangs Windenergietechnik der Hochschule Bremerhaven. Am Donnerstag stellten die Studenten Lisa-Marie Brand, Eike Feder, Kim Eileen Godau, Markus Hoyer, Anna Katharina Jalufka und Jannes Vervoort mit ihrem Dozenten Professor Holger Lange das Projekt, das sie in Kooperation mit der Stadt Geestland durchführten, vor rund 40 Interessierten aus Verwaltung und Wirtschaft im Rathaus Langen vor.
Mit ihrem Projekt wollen die sechs die Möglichkeit einer schwimmenden Gründung aufzeigen. Aufbauend auf eine Kleinwindanlage, die der Studiengang vor ihnen für Krisenregionen entwickelt hatte, war ihr Ziel die Entwicklung einer schwimmenden Gründung samt Verankerung. Dafür mussten die Studenten die Anlage im Vergleich zum Vorgängermodell auch mit einer Notabschaltung sowie einer Regelung, die die Drehgeschwindigkeit erfasst und bei Überdrehzahl die Anlage abschaltet, ausstatten.
Eine schwimmende Gründung ist für die Zukunft der Offshore-Windenergie relevant, sind sich die Studenten sicher, denn diese habe viele Vorteile im Gegensatz zu den heute oft verwendeten Monopiles. Man könne größere Wassertiefen erschließen, brauche weniger Errichterschiffe, reduziere die Herstellungs- und Wartungskos­ten und erreiche auch eine höhere Akzeptanz, da eine schwimmende Gründung lärmintensive Arbeiten und die Belastung für Wildtiere und -pflanzen reduziere, so Anna Katharina Jalufka. Sie ist extra für den Masterstudiengang Windenergietechnik aus Bayern nach Bremerhaven gekommen und hat den Schritt nicht bereut. „Windenergie ist so spannend“, sagt sie mit strahlendem Gesicht. Als sie in Aschaffenburg anfing Elektrotechnik zu studieren, hatte sie noch nicht geahnt, dass ihr Weg sie zur Windenergie führen würde. Doch ein Praktikum bei EnBW in Hamburg, bei dem sie die Endphase des Windparkbaus Baltic II mitbekam, hat sie so begeistert, dass sie ihre Bachelorarbeit bei PNE Cuxhaven machte und sich für den Masterstudiengang in Bremerhaven entschied. Und inzwischen zur Hälfte neben ihrer Masterarbeit bei WPD-Windmanager arbeitet und so auch den Bereich Qualitätsmanagement kennen lernt.
Für Bürgermeister Thorsten Krüger war es selbstverständlich das Projekt zu unterstützen. „Wenn wir uns nicht die Zeit nehmen der Jugend zu zuhören, weiß ich nicht warum wir über die Zukunft reden sollen“, sagte er und betonte, dass die Energiewende nur gelingen könne, „wenn wir neue Ideen nicht schon von Anfang an kaputt reden“.

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