OTTERNDORF tw · „Da musste ich 75 Jahre alt werden, um einen Kloß im Hals zu haben. All diese Ehrenworte, irgendwie … ich bin gerührt“, sagte Ortsheimatpfleger Heiko Völker sichtlich bewegt am Mittwoch letzter Woche im His­torischen Rathaus. Genau an seinem 75. Geburtstag erhielt er den Ehrenring der Stadt Otterndorf. Eine besondere Auszeichnung, ist es doch erst die zehnte Verleihung, seit vor vierzig Jahren der Beschluss gefasst wurde, den Ehrenring an verdiente Otterndorfer Persönlichkeiten zu verleihen. Dass Heiko Völker jetzt der zehnte Ehrenringträger wurde, hatte er einem Antrag der SPD zu verdanken, „der ohne Aussprache sofort einstimmig angenommen wurde“, so Claus Johannßen, SPD-Mitglied im Rat der Stadt Otterndorf.
Und die Laudationen auf ihn zeigten, dass es den richtigen Mann getroffen hat. „Wir sind stolz, dass wir einen Bürger wie dich haben“, sagte Bürgermeis­ter Thomas Bullwinkel. Heiko Völker erfülle sein Ehrenamt mit vorbildlichem und gro­ßem Einsatz. „Er ist das wandelnde historische Gedächtnis der Stadt Otterndorf.“
Am 9. Juni 1990 begann der ehemalige Polizeibeamte seine ehrenamtliche Arbeit als Ortsheimatpfleger. Und schnell sei deutlich geworden, dass er nicht einfach nur Chronist sein wollte, sondern selbst zu forschen begann, so Dr. Nicola Borger-Keweloh, Vorsitzende der „Männer vom Morgenstern“. Schon seit 1986 ist Völker Mitglied im Heimatverein, seit 1994 auch im Vorstand tätig und „fand hier das Know-how für seine Geschichtsforschung“.
Seine Arbeiten seien eine Fundgrube für andere Forscher. Eine seiner großen Leistungen sei das Lesen und Entziffern alter Kirchenbücher, die er transkribierte und so für alle wieder einfacher lesbar machte. „Eine große Hilfe für andere Familienforscher.“
Dabei sei er tief in die Geschichte Otterndorfs vorgestoßen und mit seinen Forschungen, ein Glücksfall nicht nur für Otterndorf, sondern auch für die „Männer vom Morgenstern“ und die ganze Region. „Er hat eine Nase für Geschichte und Geschichten mit Doppelsinn“, so Borger-Keweloh, bringe ernste Geschichte mit einem Schmunzeln rüber. Im Lauf seiner Heimat- und Familienforschung hat er zahlreiche Veröffentlichungen wie Flurnamenbücher, Ortschroniken und Festschriften verfasst oder daran mitgearbeitet.
In seiner Arbeit habe er es immer verstanden, andere für Historie zu begeistern, sagte Claus Johannßen. Und das auch, in dem er Geschichte lebendig werden ließ, wie etwa beim Festumzug zur 600 Jahr-Feier der Stadt, verschiedenen Ausstellungen zu Gewerbe und Handel oder der Weihnachtsflut sowie dem Hadler Sagenweg.

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