BREMERHAVEN tw · Starke Frauen prägen in der 2. Spielzeit des Jahres im „Pferdestall“ die Vollmond-Lounge. Sephardische Musik mit großartiger Stimme können die Besucher am 25. September erleben. Mit Noam Vazana (Foto: Asaf Lewkowitz) steht nicht nur ein Multi- sondern auch ein Ausnahmetalent auf der Bühne, die mit ihrem Projekt „Nani“ bereits international für Furore gesorgt hat. Die in Jerusalem geborene und in Amsterdam lebende Künstlerin, vereint modernen Jazz mit Klängen aus Afrika und dem mittleren Osten. Brasilianische Lebensfreude verbreitet am 24. Oktober das „Marcia Bittencourt Quintett“ mit ihrem Programm „One night bossa“. Länder und Menschen miteinander verbinden möchte das „Kayan Projekt“, eine Berliner Band mit Musikern aus verschiedenen Regionen des Nahen Osten, die am 23. November im Pferdestall zu Gast sind. Wenn Leadsängerin Eden Cami ihre Lieder auf Arabisch und Hebräisch singt, zeige sie, „dass mehrere Kulturen in einem Herz schlagen können“, so Oliver Peuker von der „Cosmos Factory Theaterproduktion“. „Ein ganz wichtiger Gedanke in der heutigen Zeit“, wie er findet.
Dem künstlerischen Leiter und Programmverantwortlichen ist es erneut gelungen, einen interessanten und spannenden Mix aus Musik, Literatur und Film auf die Beine zu stellen und für die insgesamt 15 Veranstaltungen des 2. Halbjahres Künstler aus der ganzen Welt nach Bremerhaven zu holen. „Ein sensationelles Programm“, so Klaus Becké, 1. Vorsitzender von Kunst und Nutzen Atelier e.V., Träger des Veranstaltungsortes.
Als Ort für das Besondere und Unerwartete und mit seinem originellen Ambiente – typische Eigenarten des 1905 errichteten Gebäudes sind erhalten – hat sich der Pferdestall zu einem Ort entwickelt, der mit lebendiger Kunst abseits des Mainstreams sein Publikum begeistert.
Los geht es am Samstag, 8. September, „mit der erstklassig besetzten Band ‚Flamenco Entre Amigos‘“, so Oliver Peuker. Gründer und Gitarrist Pedro Sanz hat mit seiner Band im letzten Jahr schon im TiF das Publikum begeistert. Im Pferdestall werden sie diesmal von der Flamenco-Tänzerin Laura Hermo begleitet.
Nicht mehr wegzudenken ist der „Poetry Slam mit den „Deichpoeten“ am 22. September. Wer an diesem Abend nicht nur zuhören, sondern selbst auf der Bühne stehen will, kann sich unter koettlitz@t-online oder info@deichpoeten.de melden.
Beim Bremerhavener Krimiabend am 28. September ist der Bestsellerautor Marc Raabe zu Gast, der aus seinem Thriller „Schlüssel Nr. 17“ liest. Tickets hierfür sind nur bei den Veranstaltern, den Buchhandlungen Hübener unter (0471) 321 45 und Memminger unter (0471) 360 52, erhältlich.
Mitreißenden Folk-Rock und Americana kann das Publikum am 6. Oktober mit „The Bland“ erleben. Die Band gilt inzwischen als Shooting-Star der schwedischen Musikszene. „Sie entfachen ein musikalisches Feuerwerk und rocken sich und die Zuhörer in Ekstase“, schwärmt Peuker.
Am 19. und 27. Oktober ist Oliver Peuker selbst auf der Bühne des Pferdestalls zu erleben, in einer Wiederaufnahme des Stücks „Das Wilde Fest“ der Cosmos Factory Theaterproduktion. Es ist die Geschichte einer rauschhaft durchfeierten Nacht mit dramatischem Ende, die 1926 von Joseph Moncure March in Verse gesetzt wurde.
Power-Folk gibt es am 3. November mit „Trad.Attack“. Sie sind die Shootingstars in Estland, die mit ihrer innovativen Bearbeitung estnischer Volksmusik 14 Awards unter anderem als beste Band und für das beste Album erhalten haben. „Bei ihren Konzerten geht die Post ab. Da kann man gar nicht anders als mittanzen“, freut sich Peukert über das Gastspiel des jungen dynamischen Trios.
Am 9. November wird es wieder literarisch, wenn es heißt „Dr. Sommer ist Martin Goldstein“. Die Autorin und Biografin Marion Meier hat die Geschichte des Arztes, Psychotherapeuten und Autoren aufgeschrieben, der hinter dem Synonym des bekannten Dr. Sommer aus der Bravo steckt. Eines Mannes, dessen Kindheit und Jugend davon geprägt war, Sohn eines jüdischen Vaters zu sein. Eine Geschichte, die deutliche mache, wie Verfolgung und Fremdenfeindlichkeit den Alltag einer deutschen Großstadt in der Nazizeit prägten. „Ein beeindruckendes Mahnmal, das uns den Wert gelebter Toleranz in Erinnerung ruft“, so Peuker.
Mit heißem Afrobeat aus Kopenhagen geht es am 17. November weiter, wenn die „KutiMangoes“ mit ihrem besonderen Mix eigener sowie traditioneller Kompositionen aus Afrobeat, Electric Jazz, Soul und Blues im Pferdestall auftreten.
Auf den Stummfilmklassiker „Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki“ von Lew Kuleschow freut sich Oliver Peuker besonders, gehört der „kleine filmische Leckerbissen“ doch zu einem seiner Lieblingsspielfilme, den er jetzt wieder ausgegraben hat. Wegen des hervorragenden Spiels der Akteure, skurriler Pointen und seiner schnellen Montagetechnik gelte der Film als Meilenstein der Filmgeschichte. Zu sehen ist der Film am 6. Dezember.
Schon zwei Tage später, am 8. Dezember, stehen „The Lehmanns Brothers“ auf der Bühne des Pferdestalls und bringen groovigen Funk und Soul mit. Die Neuentdeckung aus Frankreich hat in diesem Jahr den ersten Preis beim Montreux Jazzfestival Band Contest gewonnen.
Die Veranstaltungen finden jeweils ab 20 Uhr statt. Das vollständige Programm für die zweite Jahreshälfte ist unter www.pferdestall-bremerhaven.com zu finden.

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