LANDKREIS mb · Am vergangenen Donnerstag stellte die DAK-Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Helios Klinik Cuxhaven den Gesundheitsreport 2018 für den Landkreis Cuxhaven zwischen Elbe und Weser vor. Das Forschungsinstitut iges stellte die Zahlen, in diesem Jahr mit Schwerpunkt „Rücken“, zusammen.
Auffällig ist, dass die Krankenzahlen im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr weiter anstiegen (von 4,1 auf 4,4 Prozent der Beschäftigten im Landkreis Cuxhaven) und insbesondere die längerfris­tigen Krankschreibungen sich auf Erkrankungen im Muskel-Skelett-System (23,8 Prozent) beziehen. Rainer Sterna, Dienststellenleiter DAK Rothenburg/Wümme: „Man kann über die Gründe für höhere Ausfallzeiten nur spekulieren. Aber sicherlich spielen die Sicherheit am Arbeitsplatz und erhöhtes Gesundheitsempfinden eine Rolle.“
Warum der Krankenstand im Land zwischen Elbe und Weser höher als im Bundesdurchschnitt ist, kann ebenfalls nur spekulativ beantwortet werden. Jedenfalls ist es bemerkenswert, dass die Fehltage aufgrund von Rückenschmerzen im Jahr 2017 nach einer Periode sinkender Zahlen von 81,4 Tagen in 2016 auf 89,9 Tage anstiegen.
Dr. Thorsten Müller, Chefarzt der Kardiologie der Helios Klinik Cuxhaven, erläutert: „Rückenschmerzen sind nicht spezifisch auf eine Erkrankung zurück zu führen, sondern sind oft auch Begleiterscheinungen ganz anderer Erkrankungen, beispielsweise als Verspannungen bei depressiven Episoden.“ Hierauf weist auch Chefarzt Jörg Retzlaff hin: „Rückenschmerzen werden bei der Diagnose mit M54 bezeichnet, M51 beschreibt sonstige Bandscheibenschäden und M75 Schulterläsionen. Dies sind aber insgesamt alles Punkte die auf den Rücken ausstrahlen.“
Denn ein wesentlicher Punkt, den es bei Zahlen rund um Rückenschmerzen zu berücksichtigen gilt: Schmerzen sind subjektiv und an keinem Parameter wirklich messbar. Chefarzt Jörg Retzlaff berichtete aus seiner Arbeit in einer Schmerzambulanz: „Auf einer Skala von null gleich gar kein Schmerz bis zehn gleich unerträglich wird bei der ersten Befragung von Akutpatienten oft zehn oder mehr angegeben.“ Diese Unterscheidung zeigt sich auch bei der Schmerzbehandlung: Kurzfristige Hilfe wird gerne angenommen (Schmerzmittel 40 Prozent), Ursachenforschung ist vielfach erwünscht (CT oder MRT 36 Prozent), aber Physio­therapie (45 Prozent) hilft langfristig am ehesten.
Aus diesem Grund bietet die DAK auch weiterhin Gesundheitstage für Betriebe zur Prävention von Ausfällen durch Rückenerkrankungen an. Auch die App „DAK Rücken@Fit“ ist ein Programm, das im dynamischen Dialog mit dem Nutzer das bestmögliche Bewegungsprogramm herausfindet. „Dieses kos­tenlose Programm bietet mit einfachen Übungen für zwischendurch eine unkomplizierte Motivation und Erinnerung an Bewegungen, die auch und insbesondere den Rücken stärken“, so Jacqueline Duetsch, Kundenberaterin DAK-Gesundheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.