CADENBERGE re · Die britisch-spanische Koproduktion „Der Buchladen der Florence Green“, ausgezeichnet mit dem Preis der Frankfurter Buchmesse, drei Goya-Awards und zwei Gaudí-Awards, zeigt das Studiokino Taubenhof am heutigen Freitag, 21. September, um 19.30 Uhr.
Im neuen Film von Isabel Coixet geht es um nichts weniger als die Liebe zum Buch, die Lust am Lesen, die Sehnsucht nach Fantasie und anderen Welten. Doch in der englischen Provinz der späten 1950er Jahre, einer Zeit, in der unterdrückte Gefühle, Klassenunterschiede und die Angst vor dem Unbekannten den Alltag bestimmen, sind dies auch sehr gefährliche Sehnsüchte, die eine mutige, idealistische Frau auf Konfrontationskurs mit der Dorfgemeinschaft schicken. Florence Green (Emily Mortimer) hat im Krieg ihren Mann verloren. Von ihrem gesparten Geld erwirbt sie in Hardborough, einem verschlafenen Dorf an der Ostküste Englands, das etwas heruntergekommene Old House und macht daraus einen Buchladen. Ein mutiges Unterfangen, denn die Arbeiter und Fischer des Ortes sind wahrlich keine Leseratten. Und die Oberschicht hat so ihre eigenen Vorstellungen, was kulturell bedeutsam ist und was nicht. Doch Bücher wie Nabokovs „Lolita“ und Bradburys „Fahrenheit 451“ werden von den Kleinstädtern gern gekauft und verschlungen. Sehr zum Unwillen von Violet Gamart (Patricia Clarkson), einer vermögenden Dame mittleren Alters, die aus dem Old House lieber ein Kulturzentrum gemacht hätte. Nun lässt sie ihre Beziehungen spielen und beginnt, gegen Florence zu intrigieren. Nur einer eilt der Witwe zu Hilfe: Mr. Brundish (Bill Nighy), selbst ein Bücherwurm und auch sonst irgendwie anders.
In dem Film, der auf Penelope Fitzgeralds Roman „Die Buchhandlung“ beruht, geht es um eine Frau, die sich gegen äußere Widerstände durchsetzen muss. Sie bekommt es in einem scheinbar friedlichen und zivilisierten Mikrokosmos mit rigiden Konventionen und feindseligen Mitmenschen zu tun. Interessant: Eine Frau, nämlich Violet Gamart, nutzt ihren ganzen Einfluss, um Florence zu vertreiben. Sie zieht im Hintergrund die Fäden, sie stichelt, sie droht, sie setzt Gerüchte in Umlauf, sie spannt andere klammheimlich für ihre Intrige ein. Menschen, die Florence eigentlich mögen, werden so zu Marionetten einer machthungrigen Frau. Zielstrebig hält Gamart eine alte Ordnung aufrecht, in der Bücher, die mit ihren Ideen für Wandel und Moderne stehen, keinen Platz haben. Wie das ausgerechnet hier in einer Idylle mit landschaftlicher Schönheit und nachbarschaftlicher Nähe passiert, lässt alle Bezüge zur Gegenwart offen. die Macht der Worte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.