CUXHAVEN mb · Der Kreisverband Cuxhaven der Partei Die Linke hatte am letzten Mittwoch zwei ganz besondere Gäste zu Besuch. Zum einen stellte sich Dr. Diether Dehm, Mitglied des Bundestages, den Fragen und Anregungen der Cuxhavener Bürger in der Nordersteinstraße, bevor er am Abend in den Spiegelsaal des Unikat einlud. Zwischendurch nahm er sich Zeit für ein Pressegespräch im Regionalbüro der Partei. Zu diesem war auch der Vorsitzende des Kreisverbandes Wesermarsch, Thomas Bartsch, eingeladen.
Dr. Dehm stellte fest, dass es große Unterschiede in der Ansprache der Wähler in Großstädten und im ländlichen Raum gibt. Wichtiger seien allerdings die Gemeinsamkeiten, denn „es geht der Fraktion Die Linke darum, die kleinen Unternehmer und Betriebe gegenüber großen Konzernen zu stärken. Sozusagen ein Genossenschaftsdenken für langfristige Gegenbewegungen zur Discounter-Entwicklung beizusteuern“.
Stärkung der Grundversorgung sei hier das Stichwort und das gehe über die Bedürfnisse der Kleinunternehmer weit in die Gesamtbevölkerung hinein, wie Thomas Bartsch anmerkte: „Es kann nicht sein, dass öffentliche Einrichtungen wie zum Beispiel Bahnhöfe aufgrund von Denkmalschutz und anderen Vorschriften nicht mehr gepflegt werden. Sowohl baulich als auch in punkto Hygiene.“ In diesem Punkt waren sich alle Anwesenden einig: Gerade Krankenhäuser in ländlichen Bezirken seien ein Muss und unabdingbar für die Grundversorgung der Bevölkerung.
Hierfür sei der Mindestlohn ebenfalls wichtig. Seinerzeit angeregt und durchgesetzt vom Landesverband Niedersachsen, plädiert die Partei nun für einen rentensicheren Mindestlohn von zwölf Euro brutto. Dr. Dehm: „Es ist hierbei ein wenig wie bei der Vermögenssteuer, wenn einer von seinem Vermögen abgibt, haben viele etwas davon. So ist es mit der Zahlung eines höheren Mindestlohnes ebenfalls. Durch höhere Löhne werden im Endeffekt in Zukunft weniger Rentenzuschüsse nötig, was wiederum der Gesamtbevölkerung zu Gute kommt.“ Als langjähriger Mitarbeiter in einem Konzern aus Nordenham mit traditionell viel Leih- und Zeitarbeit setzt Thomas Bartsch noch einen drauf: „Diese Form von Beschäftigung sollte nach Möglichkeit komplett abgeschafft werden, zumindest aber verkürzt und unter besseren Rahmenbedingungen insbesondere im Hinblick auf die Altersversorgung.“
Um einen Punkt, der die Stadtbevölkerung immer wieder umtreibt, müsse sich die Bevölkerung nicht weiter kümmern – die Nachverdichtung.
Allerdings sieht die Partei großen Nachholbedarf in der Infrastruktur. Insbesondere die Nutzung von Wasserwegen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr bieten durchaus noch Diskussionsstoff, wie auch die beiden Gäste feststellten, die beide am Abend von Cuxhaven aus weiter- oder nach Hause reisten.

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