HEMMOOR tw · „Eintauchen in die Welt der Lieder – auftauchen an verschiedenen Orten“, so beschreibt die Schauspielerin Petra Jaeschke das Musiktheaterprojekt „Tamieh andersherum ist Heimat“, das sich an junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren richtet. „Jeder der Lust hat, mit anderen Leuten zu singen, Theater zu spielen, Geschichten zu erzählen und Neues zu entdecken, ist hier genau richtig“, wie die Projektbeteiligten Christian Clasen, Lehrer an der Musikschule an der Oste, Juliane Lenssen, künstlerische Leiterin „Das Letzte Kleinod“ und Petra Jaeschke, Theater „Pina Luftikus“, beim Projektstart in der Musikschule an der Oste deutlich machten.
„Unser Ziel ist es, Liedgut aus verschiedenen Kulturen, Liebeslieder und Schlaflieder szenisch und musikalisch umzusetzen“, so Jaeschke. Und damit auch junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen. Denn „Musik ist ein Element, das Menschen zusammenführt“, so Clasen.
Am Anfang stand der Gedanke, „dass Menschen die zu uns kommen, fast alles verloren haben, aber ihre Lieder haben sie im Herzen und im Kopf“, erklärt Jaeschke. Ein großer Kulturschatz vergleichbar mit unseren Volksliedern, die ebenfalls eingebunden werden. „Eine Bereicherung für uns alle“, findet Jaeschke. Und über Lieder lasse sich auch ein leichter Zugang zu Sprache finden, der Spaß mache. Die Lieder werden dann in kleine Szenen umgesetzt. Wie die genau aussehen ent­stehe aus der Eigendynamik der Gruppe und des musikalischen Materials heraus, erklärte Clasen.
Ein guter Nebeneffekt sei aber auch das Erlernen sozialer Kompetenzen, denn bei den Proben und Aufführungen sei es wichtig, sich auf einander verlassen zu können, betonte Jaeschke. „Wir sind nur so gut, wie wir alle zusammen.“
Die Proben zum kostenlosen Workshop finden in der Musikschule an der Oste statt. Natürlich soll nicht nur geprobt, sondern die Stücke auch zur Aufführung gebracht werden. „Ich verspreche, es ist toll da vorne zu stehen und Applaus zu bekommen“, sagte Jaeschke. Aufführungen sind ab Anfang nächsten Jahres ge­plant. „Kleine verrückte Sachen, die das Leben bunter, fröhlicher, schöner machen“, so Jaeschke. Etwa, wenn gewünscht, Liebeslieder auf Hochzeiten, Schlaflieder in der Krippe oder als kleines Bühnenvorprogramm.
Gefördert wird das Projekt über den Verband der Musikschulen und ihrem Konzept „MusikLeben 2“ durch das Programm „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums. „Ein einzigartiges Projekt unter den 900 Musikschulen in Deutschland mit Leuchtturmcharakter“, so Schulleiter Wolfgang Haack, der sich begeistert vom Engagement der Beteilig­ten zeigte.
Das Projekt ist eine Kooperation der Musikschule an der Oste mit dem Theater „Das letzte Kleinod“, dem DRK Flüchtlingswesen, Vertreten durch die Koordinatorin Anke Müller-Belecke und der Ratsbeauftragten für Kinder und Jugendbeteiligung der Stadt Hemmoor, Manja Fritzsche.
Das erste Treffen findet am 3. November um 10 Uhr in der Musikschule statt. Anmeldungen zum Workshop bei Manja Fritzsche unter (04771) 68 89 70 11 oder (0151) 57 94 69 20.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.