Den deutschen Film “Gundermann” mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Eva Weißenborn, Axel Prahl und Peter Sodann zeigt das Studiokino Taubenhof in Cadenberge am heutigen Freitag, 28. September, um 19.30 Der Film erzählt von einem Baggerfahrer in der Lausitzer DDR-Braunkohle. Der Lieder schreibt, der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener und ein musikalisches Genie. Dies ist ein Liebes- und Musikfilm, ein Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. Und es ist ein Film über Heimat, der noch einmal neu auf ein verschwundenes Land zurückblickt.
Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen einen Blick auf das Leben von Gerhard Gundermann, einem der prägendsten Künstler der DDR-Nachwendezeit. Der überzeugte Sozialist (und liebender Vater und schwieriger Partner) flog aus der SED, spitzelte für den Stasi und wurde selbst überwacht. „Gundermann“ stellt den Rockpoeten auf keinen Sockel, beschönigt nichts – eine kluge, aufrichtige und bewegende Geschichte über ein gelebtes Leben mit all seinen Idealen, Verstrickungen, Siegen und Enttäuschungen. Der Sänger starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren; zurück blieben seine Frau und vier Kinder.
“Gundermann” ist großartig, weil die Szenenbilder DDR und Neunzigerjahre unaufdringlich und mit großer Liebe zum Detail beschreiben, und weil die 15 Songs des Films unter die Haut gehen – von „Paradiesvögel“ bis „Linda“. Das größte Ereignis des Films ist jedoch der Hauptdarsteller Alexander Scheer (Schauspieler des Jahres 2009 und Star der Berliner Volksbühne), der den komischen Vogel “Gundi” in seiner ganzen Vogelhaftigkeit auslebt. Das Spackelige der Figur, die mit hochgezogener Nase, großen Zähnen und unschicken Brillen durchaus stullig in die Welt schaut, ist nie Karikatur, sondern immer Mensch mit Eigenleben. Wenn Alexander Scheer dafür nicht alle Schauspielerpreise gewinnt, die in nächster Zeit vergeben werden, dann gibt es keinen Filmgott.

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