CUXHAVEN mb · Die Fachstelle Cuxhaven des Vereins für Beratung und Hilfen bei Suchtfragen und seelischen Leiden im Landkreis Cuxhaven e.V. (VBS) hat einen neuen Leiter. Nach acht Jahren stellt sich die ehemalige Leiterin Monika Liedtke, Diplom-Sozialpädagogin und Suchttherapeutin, den Herausforderungen in der stationären Therapie auf „Hof Düring“ und bei aller Freude auf die neue Aufgabe hält sie fest: „Nach all den sowohl menschlich als auch fachlich intensiven Jahren, konnte ich meine neue Aufgabe nur übernehmen, weil ich das Team und die Klienten bei meinem Nachfolger in guten Händen weiß.“
Mit dem Diplom-Pädagogen Jürgen Schlieckau folgt ihr ein Leiter der Fachstelle in Cuxhaven, der über mehr als 23 Jahre Erfahrung als Pädagogischer Leiter und Sozialtherapeut der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik, Fachklinik für abhängigkeitskranke Jugendliche und junge Erwachsene in Großenkneten-Ahlhorn verfügt, seit 2014 war er dort auch stellvertretender Einrichtungsleiter.
MPU-Vorbereitung, Multiplikatorenschulungen, in denen Möglichkeiten zur Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen an Fachkräfte vermittelt werden, Angehörigengruppen, das Projekt re:set, das sich mit der Beratung bei übermäßigen Medienkonsum beschäftigt, und die Ausbildung zum betrieblichen Suchtkrankenhelfer sowie Krisenintervention gehören ebenfalls zum umfangreichen Angebot der VBS-Beratungsstelle in Cuxhaven, seit 2017 auch mit fester Außenstelle in Bremerhaven, die Betroffenen und Angehörigen aus dem Südkreis Beratung und ambulante Behandlung vor Ort bietet. Neben den beiden Beratungsstellen gibt es zehn Außenstellen mit regelmäßigen Sprechzeiten für eine erste Beratung.
Jürgen Schlieckau ist es wichtig, die Arbeit seiner Vorgängerin weiter zu führen, damit das bestehende Angebot fachlich weiter wachsen kann. Aber auch die Themen Fetales Alkoholsyndrom (FAS), Suchterkrankungen von geistig Behinderten und Sucht im Alter möchte er in das Beratungskonzept mit aufnehmen und insgesamt weiter in die Öffentlichkeit tragen: „Wichtig ist hier in erster Linie die Vernetzung mit den Multiplikatoren, sprich direkten Ansprechpartnern vor Ort, wie Lehrern, Ärzten, Pflegediensten und ähnliches. Diese müssen wir für Suchtproblematiken sensibilisieren und gemeinsam Möglichkeiten und Wege zur Prävention erarbeiten.“
Beispiele für erfolgreiche Netzwerke sind die Zusammenarbeit mit dem sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises sowie die Sprechstunde vor Ort im AMEOS-Klinikum Debstedt.
Natürlich müsse auch die Politik eingebunden werden, fordert Schlieckau, „schon allein, um die Kompetenz unserer Mitarbeiter durch Fort- und Ausbildungen an wechselnde Anforderungen zu erhalten, die nicht nur durch wechselndes beziehungsweise neues Suchtverhalten, sondern auch durch die Kostenträger vorgegeben werden,“ so Schlieckau weiter. Monika Liedtke ergänzt: „Für umfassende Kompetenz an allen Stellen gibt es regelmäßig interne Teamschulungen.“
Aber auch für die nötige präventive Öffentlichkeitsarbeit wird weiterhin die Förderung durch die Politik benötigt, um gezielt auf die Gefahren hinzuweisen und von einem ersten Konsum abzuschrecken, fordert der neue Leiter der VBS. Und auch hier setzt er auf enge Zusammenarbeit, denn: „Um effizienzorientiert zu handeln, müssen alle gemeinsam agieren.“

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