GEESTLAND sh · Das hätte sich so mancher Geestländer nicht träumen lassen. Im regulären Busverkehr auf Ministerpräsident Stephan Weil zu treffen. Der sich dann auch sichtbar gerne auf Gespräche mit seinen Mitreisenden einließ.
Doch der Reihe nach. Auf Einladung des SPD Ortsverbandes Geestland kam der MP in seiner Funktion als SPD-Landesvorsitzender nach Bederkesa, um sich dort zum Thema „Mobilität auf dem Lande“ zu informieren. Ortsverbandsvorsitzende Katja Brößling hatte die Einladung mit einer Idee ihrer Tochter verbunden, und den MP zur Busfahrt eingeladen. „Erstens lassen sich dabei eigene Erfahrungen mit den Anliegen der Bevölkerung bestens verbinden, und zweitens kommen so auch die Bürger und Bürgerinnen direkt zu Wort.“
Und die Anliegen wurden, vor allem von Schülerinnen und Schülern, auch deutlich vermittelt. So standen die Kosten für ein Schülerticket genauso auf der Diskussionsliste wie der Wunsch nach kürzeren Fahrzeiten. So beklagte sich ein Schüler über die schlechte Bus-Bahn-Anbindung. „Wenn ich Pech habe, bin ich bis zu zweieinhalb Stunden pro Strecke unterwegs.“ Die Zeit von Schulende bis zur Abfahrt des Busses sei zu kurz, und bei Verspätung des Busses sei häufig schon die Bahn weg. Ein Elternpaar beklagte, dass es noch kein kostenfreies Schülerticket für die Sekundarstufe Zwei-Schüler gäbe. Zudem sei es nicht zu verstehen, warum die Tickets nicht auch in den Ferien und an schulfreien Tagen gelten würden.
Ministerpräsident Weil sind diese Probleme durchaus bekannt. Und so konnte er im Gespräch mit den Bürgern auf durchaus innovative Ideen wie dem Rufbus verweisen. Der wird mittels modernster IT für einen bedarfsgerechten ÖPNV sorgen. „Ein Modellversuch in Hameln entwickelt sich erfolgsversprechend“, so Weil. Und dass die Kosten einerseits zu hoch, andererseits nicht ganzjährige Tickets erlauben würden, sei „den sehr hohen Mitteln für die kostenfreien KITAs“ geschuldet. „Da haben wir“, so Weil, „einfach nicht genug Geld im Landeshaushalt gehabt.“ Im nächsten Jahr würde sich das jedoch ändern. Seinen Teil trug Stephan Weil dazu jedenfalls vor Ort bei. Trotz des Angebotes des Busfahrers für einen geschenkten Fahrschein bestand der Ministerpräsident darauf, seinen Obolus selbst zu entrichten.

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