WINGST tw · So sehen Sieger aus. Claus Peter, Koch und Inhaber von „Peters Genusshotel“ in der Wingst, freute sich mit seinem Auszubildenden Maximilian Meyer über den Sieg bei der „Kitchen-Battle“ am vergangenen Freitag. Ein Sieg, mit dem Peter zuerst nicht gerechnet hatte. „Bei Glenn Wilhelm klappt alles“, sagte er bei der Begrüßung der Gäste über seinen ehemaligen Gesellen, der inzwischen Küchenleiter im Bistro des Restaurants „Bullerei“ von Tim Mälzer ist. Und fügte durchaus mit ein bisschen Stolz in der Stimme hinzu: „Er hat ein phänomenales Menü zusammengestellt.“ Er zeigte sich jedoch zuversichtlich. „Wir werden sehen, ob der ‚Silberfuchs‘ nicht gegenhalten kann.“ Denn einen Erfolg konnte er sich schon auf die Fahne schreiben. Erfolgreich Werbung für den Beruf des Kochs und eine Ausbildung auf dem Land zu machen. Schon im letzten Jahr hatte er mit seinem „Treffen der Generationen“ gepunktet, bei dem ehemalige Koch-Auszubildende auf die aktuellen Azubis trafen. Das Event unter dem Motto „Starte deine Karriere auf dem Land und das Universum kennt kein Ende“ fand auch in Hannover Beachtung. Als einer von sechs Betrieben in den Bereichen Mittelstand und Handwerksbetriebe war „Peters Genusshotel“ für den „Niedersächsischen Wirtschaftspreis“ nominiert, in dessen Mittelpunkt in diesem Jahr Unternehmen standen, die bei der Gewinnung von Fachkräften besonders erfolgreich waren. Zusammen mit fünf Azubis konnte er sich bei der Preisverleihung am Dienstag letzter Woche über den 2. Platz freuen.
„Wenn mir am Anfang meiner Ausbildung jemand gesagt hätte, dass wir zum Wirtschaftspreis noch Hannover fahren, hätte ich ihn ausgelacht“, sagte Maximilian Meyer, Auszubildender zur Fachkraft im Gastgewerbe im 2. Lehrjahr. Und auch am Freitag strahlte er übers ganze Gesicht. Er kommt immer mit Freude zur Arbeit, aber Events wie jetzt aktuell die „Kitchen-Battle“ sind Höhepunkte im Ausbildungsleben. Punkte, auf die Peter Wert legt. „Unser Bestreben als regionaler Betrieb ist es, dass die jungen Leute nicht gleich abwandern, sondern in der Gegend bleiben. Wenn sie hier ihre ersten Schritte machen, sind die Chancen größer, dass sie nach ihren ‚Wanderjahren‘ wieder zurückkommen.“ Mit Veranstaltungen wie dem Küchenduell möchte Peter ihnen immer wieder neue Anreize bieten, „damit die Ausbildung nicht langweilig wird“.
Langweilig wurde es auch bei der „Kittchen-Battle“ nicht. Denn bei seiner Vorspeise hatte Peter doch glatt eine Zutat vergessen. „Man kann ja verlieren, weil der andere besser ist, aber doch nicht weil man die Soda-Gurken vergisst“, sagte er zerknirscht zu einem schmunzelnden Glenn Wilhelm, der nach dem Hauptgang „strahlte wie ein Honigkuchenpferd“. Zu Recht, wie Peter befand. Denn Wilhelms „Limousin-Rinderrücken ‚sous vide‘“ „sieht wirklich klasse aus. Ich sehe schon die Felle davonschwimmen.“
Was bei Glenn Wilhelm für positive Stimmung sorgte. Doch er war nicht nur in die Wingst gekommen um gegen seinen ehemaligen Chef anzutreten. Auch ihm ist es wichtig, „die Azubis weiterzubringen und ihnen Neues zu zeigen“. Und das war ihm gelungen. Christian Röndigs, Koch-Auszubildender im zweiten Lehrjahr, der mit Wilhelm in einem Team kochte, fand die Erfahrung mit einem anderen Koch die Gerichte zuzubereiten, klasse. „Das hat richtig viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt.“ Vor allem das Kennenlernen neuer Anrichte- aber vor allem auch Zubereitungsmethoden. Für Röndigs ist die Arbeit mit ehemaligen Azubis und Gesellen eine Bereicherung für seine Ausbildung. „Das sind richtige Vorbilder“, sagte er. Und ein Ansporn für ihn selbst. Und auch wenn die Arbeit hart ist, manchmal die Arbeitszeiten nerven, ist er mit seiner Berufswahl mehr als zufrieden. „Es macht einfach Spaß, Lebensmittel zu verarbeiten.“ Und so freut er sich jeden Tag auf seine Arbeit in einem Betrieb, „der wie eine zweite Familie ist“. Das sieht Maximilian Meyer genauso. „Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann und das wird sich auch so schnell nicht ändern.“ Denn nach seiner Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe möchte er die Ausbildung zum Koch anschließen. Eine Bestätigung für Claus Peter. „Die jungen Leute sehen, welche Möglichkeiten es auf dem Land gibt und speziell kleine Betriebe eine viel breiter gefächerte abteilungsübergreifende Ausbildung machen können“, sagt er und fügte hinzu: „Ein kleiner Betrieb kann wie eine Schubrakete sein, weil man mehr Rüstzeug hat.“
Für Claus Peter selbst ist es eine große Motivation, zu sehen, was aus seinen Auszubildenden geworden ist und er erkennt neidlos an, dass der „Alte“ auch vom „Jungen“ lernen kann und dabei Sachen sieht, „die in Zukunft mein Kochen bereichern werden“.
Am Ende ging das Küchenduell dann doch positiv für ihn aus. Er konnte seine Gäste eindeutig mit dem Dessert für sich einnehmen. Ein Dank für das gelungene Event ging vor allem an seine Azubis: „Ihr habt einen super Job gemacht.“ Und um zu zeigen was seine Auszubildenden können, will er sich im nächs­ten Jahr mit ihnen um den „Delta-Cup“ in Hamburg bewerben, ein Wettbewerb speziell für Auszubildende. Das Besondere: ein Gastro- und ein Fleischereibetrieb bilden ein Team. Für den Wettkampf sucht Claus Peter noch einen Fleischerbetrieb, der mit Auszubildenden im 2. oder 3. Jahr dazu stoßen möchte, um ein regionales Team zu bilden.

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