NORDERNEY re · Welche Auswirkungen hat Meeresmüll für marine UNESCO-Welterbestätten und welche Maßnahmen können dem entgegenwirken? Um diese Frage zu beantworten, setzten sich diese Woche auf Norderney Manager mariner Welterbestätten und Meeresmüll-Experten aus elf Nationen in einem UNESCO Workshop zusammen. Das dreitägige Treffen fand im Rahmen des Netzwerks der Gebietsmanager der 49 marinen Welterbestätten statt, zu denen auch das Wattenmeer, der Komodo Nationalpark (Indonesien) und das Aldabra Atoll (Seychellen) gehören. Organisiert wurde der Workshop von dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS), der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer (NLPV) und dem Meeresprogramm des UNESCO-Welterbezentrums.
„Wissenschaftler haben berechnet, dass etwa acht Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in die Meere gelangen – heruntergerechnet wird jede Minute die Menge einer Müllwagenfüllung in unsere Meere gekippt“, sagte Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in ihrer Begrüßungs-Videobotschaft. „Welterbestätten tragen eine globale Bedeutung und benötigen besonderen Schutz, um ihren ‚Außergewöhnlichen Universellen Wert‘ für die Menschheit zu bewahren. Die potentiellen Folgen von Meeresmüll bedürfen daher besonderer Aufmerksamkeit. Diese Initiative ist ein Beispiel für das Engagement aus dem Wattenmeer, internationale Zusammenarbeit und Partnerschaften für Welterbe zu unterstützen. Mein besonderer Dank gilt den Organisatoren.“ Der Workshop wurde im Rahmen der Trilateralen Wattenmeer-Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und der Niederlande nach Norderney geholt.
Während der Tagung wurden die speziellen Herausforderungen und Bedürfnisse für den Schutz mariner Welterbestätten vor Meermüllverschmutzung diskutiert und Beispiele zu Monitoringverfahren, Müllbekämpfung und -vermeidung, und zu Projekten zur Einbindung der Öffentlichkeit ausgetauscht. „Für uns bot der Workshop eine hervorragende Chance ,sich mit den anderen Gebietsmanagern über deren lokale Erfahrungen mit Meeresmüll und Maßnahmen zu dessen Reduzierung auszutauschen“, so Gregor Scheiffarth, Wattökologe in der NLPV. Die Nationalparkverwaltung stellte im Rahmen einer Exkursion die Strandmüllboxinitiative auf den ostfriesischen Inseln vor.
„Mit dem Workshop nutzen wir das geballte Wissen aus den 49 marinen Welterbestätten und haben damit einen ersten wichtigen Schritt für die Erarbeitung gemeinsamer Lösungsansätze getan, von dem auch das Wattenmeer profitieren wird“, resümiert Harald Marencic, Stellvertretender Exekutivsekretär des CWSS. „Wir haben Informationen dazu gesammelt, wie unsere Kollegen in den marinen Welterbestätten mit dem Problem Meeresmüll umgehen. Außerdem haben wir Empfehlungen erarbeitet, die auf der nächsten Konferenz der marinen Welteberstätten vorgestellt werden und auf die weitere Verstärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Wissensaustausch und Kommunikation abzielen.“
Der Workshop wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität, dem Nationalparkamt Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, KIMO International und von der ICBM Universität von Oldenburg unterstützt.

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