HANNOVER lpd · Die Rapsanbaufläche wird im kommenden Jahr deutlich niedriger ausfallen als in den Vorjahren. Jetzt gibt es nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes eine erste Bestätigung für diese unter Praktikern geäußerte Einschätzung. Nach einer Umfrage der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, kurz UFOP, „fehlt“ im kommenden Jahr gegenüber 2018 fast jeder fünfte Hektar Raps. Nach einer ersten Trendumfrage unter 4.411 Landwirten bundesweit steht die Ölfrucht derzeit auf einer Fläche von rund einer Million Hektar (ha). Gegenüber dem Vorjahr fällt die Anbaufläche um gut 18 Prozent oder 220.000 ha geringer aus. In Niedersachsen wächst der Raps zurzeit auf rund 75.000 ha, damit ist die Anbaufläche um ein Viertel kleiner als im Vorjahr. Zur Ernte 2013 wuchs der Raps hierzulande sogar auf fast 140.000 ha. Wichtigster Grund für die starke Rücknahme im Anbau ist die ausgeprägte Trockenheit zur Bestellung, dem Raps fehlte die Feuchtigkeit zum Keimen und für die Phase danach. Fast 115.000 ha bereits ausgesäter Raps wurden bundesweit noch im Herbst wieder umgebrochen, weil die Saat nicht aufging, der Anteil könnte sich noch erhöhen. Dort haben die Landwirte inzwischen Wintergetreide ausgesät oder werden die Flächen im Frühjahr mit Sommergetreide oder einer anderen Frühjahrskultur wie Mais oder Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen oder Erbsen (Leguminosen) bestellen.
Die Leguminosen werden als zusätzliche Eiweißlieferanten notwendig sein, weil der Raps nicht nur ein ernährungsphysiologisch wertvolles Speiseöl liefert, sondern als Koppelprodukt mit dem Rapsschrot auch ein wichtiges Viehfutter bereitstellt. So hat der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) bereits vor einer wachsenden Eiweißlücke in Deutschland gewarnt. Die deutsche Produktionsmenge an Raps hat sich von 6 Mio. Tonnen (t) im Jahr 2014 auf aktuell rund 3,5 Mio. t nahezu halbiert. Der Selbstversorgungsgrad mit heimischem Proteinfutter hat sich in diesem Zeitraum von 40 auf nur noch 28 Prozent reduziert. Mit Körnerleguminosen wie Ackerbohne, Futtererbse oder Lupine lässt sich dieses Defizit nach Experteneinschätzung kaum ausgleichen.

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