CUXHAVEN mb · Gerne folgten die beiden Kandidaten für die Landratswahl 2019, Frank Berghorn, CDU, und Kai-Uwe Bielefeld, parteilos, der Einladung des FDP-Kreisverbandes zu einem gemeinsamen Gespräch mit Fragen der Mitglieder. Moderiert von Ortsverbandsvorsitzendem Manfred Hark gaben sie am vergangenen Freitag im Unikat detailliert Auskunft zu ihren Plänen und Vorstellungen. Hierbei wurde schnell deutlich, dass die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten im Detail zu finden sind. Ausgehend von den beiden unterschiedlichen Positionen, Landrat Kai-Uwe Bielefeld steht seit 14 Jahren an der Spitze der Verwaltung des Landkreises und Frank Berghorn ist seit vier Jahren Vorsitzender des CDU-Kreistagsfraktion, ergeben sich in weiten Teilen ähnliche, aber in der Herangehensweise doch unterschiedliche Vorstellungen für das zukünftige Amt des Landrats des Landkreises Cuxhaven.
So möchte der amtierende Landrat mit seiner Wiederwahl den derzeit eingeschlagenen Kurs hinsichtlich Modernisierung und Ausbau von öffentlichen Gebäuden, Finanzstrategie und Personalentwicklung weiter fortführen. Dies sieht Frank Berghorn ähnlich, allerdings möchte er zukünftig die Politik stärker in die Prozesse mit einbauen und insgesamt die Kommunikation mit der Verwaltung, auch für den Bürger, verbessern. Zur Modernisierung gehört für beide Kandidaten auch die Digitalisierung durch Glasfasernetze, wobei Kandidat Frank Berghorn als Bürgermeister von Holßel auch die Einbindung von kleineren Ortschaften in alle Planungen wie Baulanderschließung, ÖPNV, Infrastruktur und naturnahe Nachhaltigkeit im Fokus hat.
Genau diese naturnahe Nachhaltigkeit ist es auch, die beide Kandidaten als großen Pluspunkt für den Landkreis Cuxhaven sehen. Denn gerade junge Familien fänden hier durch die derzeitige Schul- und Bildungspolitik und wirtschaftliche Entwicklung, nicht nur im Bereich Tourismus, attraktive Rahmenbedingungen vor. Die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen ist bei beiden Kandidaten ebenso im Fokus, wie die Ärzteversorgung im Landkreis. Beiden ist aber bewusst, dass die Schaffung von Gewerbegebieten im Hoheitsbereich der Kommunen liegt sowie strukturelle Änderungen zur „Landarzt-Thematik“ in weiten Teilen auch ein politisches Thema der Bundesregierung sind. Hier setzen beide Kandidaten auf intensive Gespräche mit allen Beteiligten.
Der wesentliche Unterschied der beiden Kandidaten ist zum einen in der Amtszeit zu finden und zum anderen in der Personalstruktur des Landkreises. So tritt Landrat Kai-Uwe Bielefeld in Absprache mit der Politik für eine Periode von fünf Jahren an: „Dann bin ich 70 Jahre alt und das ist ein guter Abschluss für meine Zeit im Berufsleben.“ Frank Berghorn tritt für eine Amtszeit von sieben Jahren an: „Kontinuität ist in diesem Amt unabdingbar.“
Am Punkt Personalstruktur des Kreishauses ist am ehesten Uneinigkeit bei den Kandidaten zu finden. Der langjährige Unternehmer Berghorn sieht den Bedarf, die Verwaltung zu modernisieren, konkrete Strukturen und Zuordnungen zu schaffen und insgesamt mehr eine Dienstleistungsmentalität für die Bürger zu schaffen. Bielefeld hingegen möchte die Entwicklung des Landkreises als Arbeitgeber fortführen, der sich mit flexiblen Arbeitszeiten, fortwährenden Fortbildungen und die Möglichkeiten im öffentlichen Dienst als attraktiv positioniert habe.
Weitere Fragen nach Kultur, Einwanderungs- und Finanzpolitik zeigten hingegen wieder Einigkeit unter den Kandidaten, die sich nur in einigen Details wie beispielsweise der Prioritätenliste bei Investitionen unterschied. Denn wo der derzeitige Landrat hauptsächlich die abgestimmten Pläne umsetzen möchte, sieht Berghorn mit dem neuen Haushalt für 2019/2020 die Notwendigkeiten und Möglichkeiten für Erweiterungen und Änderungen dieser Pläne. Einig sind sie sich hingegen wiederum, dass diese Entscheidungen Augenmaß, Kommunikationsbereitschaft und Fachkenntnisse bedürfen.

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