OTTERNDORF re · Sie soll den Küstenschutz zukunftssicher machen, die Entwässerung verbessern und ab 2022 tideunabhängige Schleusungen ermöglichen: In der letzten Woche begannen auf der künftigen Großbaustelle in Otterndorf die bauvorbereitenden Maßnahmen.
Umweltminister Olaf Lies: „Die stetige Verbesserung des Küstenschutzes zählt zu den Schlüsselaufgaben des Landes. Der Neubau der Hadelner Kanalschleuse trägt dazu bei, unsere Küste noch sicherer zu machen und den Risiken des Klimawandels vorzubeugen. Er legt damit die Grundlage für einen auch langfristig erstklassigen Sturmflutschutz im Hadelner Land. Ich bin froh, dass es nach der aufwändigen Planungsphase mit diesem derzeit größten Küstenschutzprojekt unseres Landes endlich losgehen kann.“
Dass es sich bei dem Neubau des Siel- und Schleusenbauwerks um eine dringend notwendige Küstenschutzmaßnahme handelt, betont der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN): „Das gemauerte Rundbogengewölbe der jetzigen, teils über 160 Jahre alten Anlage kann die Lasten aus der notwendigen Erhöhung der angrenzenden Deiche nicht mehr aufnehmen“, so Andreas Kosch, Projektleiter beim NLWKN in Stade. Der NLWKN ist Betreiber der im Landesbesitz befindlichen Kanalschleuse. Er hatte den Neubau des Schleusenbauwerks im Frühjahr europaweit ausgeschrieben.
Standen seither vor allem technische Bearbeitungen, Werkstattplanungen und Materialbestellungen für Stahlspundwände, Rohre oder Pumpen im Fokus, kommt nun Bewegung in die Baustelle links und rechts des Hadelner Kanals: Bereits Anfang der Woche rückten die ersten Facharbeiter, Bagger und weitere Baugeräte an, um das Baufeld für das Großprojekt vorzubereiten. „Im Rahmen der Baustelleneinrichtung werden nach Erdarbeiten auf der östlichen Schleusenseite mehrere Baubüros, Tagesunterkünfte für die Mannschaften sowie Flächen für Baufahrzeuge und Material entstehen“, erklärt Projektleiter Andreas Kosch.
Die bauvorbereitenden Maßnahmen sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein, damit einem frühestmöglichen Start der eigentlichen Bautätigkeiten im kommenden Frühjahr nichts im Wege steht. Sobald die Witterung es zulässt, entsteht dann im Schutz des Hauptdeiches zunächst das Einlaufbauwerk für das Schöpfwerk. Dieses ist erforderlich, um den fehlenden Sielzug der Hadelner Kanalschleuse während der Bauzeit auszugleichen. Es soll aber auch nach Fertigstellung der neuen Kanalschleuse in Betrieb bleiben, um als Notschöpfwerk die Entwässerungssituation in der Region im Hochwasserfall zu verbessern. „Außerdem werden wir am Binnendeich eine Behelfsbrücke über die vorhandene Schleusenkammer errichten, damit die bisherige Brücke über die Schleuse abgerissen werden kann“, so Kosch. Mit dem Bau dieser Behelfsbrücke – voraussichtlich im Februar 2019 – wird das Schleusen von Schiffen und Sportbooten bis zum Ende der Baumaßnahme eingestellt. Gleichzeitig wird rund 50 Meter von der Schleuse entfernt ein neuer Sportbootanleger errichtet.
Die Fertigstellung der neuen Hadelner Kanalschleuse ist für April 2022 vorgesehen. Bis zum Abschluss der in sieben Bauphasen unterteilten Bauarbeiten werden in Otterndorf rund 30 Millionen Euro durch das Land Niedersachsen und den Bund im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ inves­tiert werden.

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