OTTERNDORF sh · Otterndorfs ehemals langjähriger Bürgermeister Hermann Gerken ist bei einem Festakt aus den Händen von Landrat Kai-Uwe Bielefeld die Urkunde des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Otterndorf überreicht worden. In seiner Laudatio würdigte der Landrat den Ehrenbürgermeister und Ehrenringträger Hermann Gerken als außerordentlichen Politiker und besonderen Menschen.
Der fast 40 Jahre als Bürgermeister tätige Gerken habe nicht nur die Stadt Otterndorf entscheidend geprägt, sondern sein politisches wie gesellschaftliches Wirken sei beispiellos.
Gerken, der nach eigener Aussage „über den Frust zur Politik kam“, ist gebürtiger Otterndorfer. Sein Freund und langjähriger kommunalpolitischer Weggefährte Hans-Volker Feldmann sprach bei der Verleihung der Ehrenbürgerrechte von einem „politisch wie privatem tadellosen Leben.“
Zur Politik kam Hermann Gerken, weil er über die Entwicklung der Stadt Otterndorf frustriert war. Er wurde erstmals 1964 in den Otterndorfer Stadtrat gewählt. Im Jahr 1968 trat er in die FDP ein und wurde im selben Jahr stellvertretender Bürgermeister. Bei der Neubildung der Samtgemeinde Hadeln wurde er 1970 zum ersten Samtgemeindebürgermeister gewählt. Dieses Amt gab er 1972 auf, um Bürgermeister der Stadt Otterndorf zu werden. Primäres Ziel des politischen Wirkens von Hermann Gerken war es, die Stadt Otterndorf wirtschaftlich zu entwickeln.
Seine Idee war beispielsweise die Seenlandschaft in Otterndorf, welche hauptverantwortlich für den touris­tischen Erfolg der Stadt ist. Viele weitere Institutionen wie der Bau der Seelandhallen, die Entwicklung der Spiel- und Spaßscheune, das mit jährlich über 50.000 Besuchern überregional bekannte Otterndorfer Altstadtfest sowie der Germanische Fünfkampf gehen auf Gerken zurück. Ihm gelang es auch, einen stets ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen.
Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Neugier sind besondere Stärken des Politikers und Menschen Hermann Gerken. Mit seiner Frau Inge beispielweise entwickelte er bei seinen vielen Reisen eine besondere Beziehung zu Israel. Wie er selbst sagt, war für ihn die Aussage einer Israelin prägend. „Wir würden vergessen, wenn wir wüssten, dass ihr nicht vergesst.“ Treffender kann nicht zwischen Schuld und Verantwortung unterschieden werden.

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