BREMEN/HELGOLAND re · Der Bundesarbeitskreis Meer und Küste des BUND gibt jetzt bekannt, dass die Kegelrobbe in diesem Jahr mit rund 400 Jungtieren auf der Düne bei Helgoland ein sehr erfolgreiches Geburtenjahr erreicht hat. Neben dieser positiven Nachricht zum Artenschutz bleibe die Artenvielfalt aber insgesamt bedroht, auch in Bremen, so der Umweltverband.
„Dies ist eine tolle Erfolgsgeschichte des Naturschutzes“, freut sich Stefan Menzel, Sprecher des Bundesarbeitskreises Meer und Küste des BUND. „Die Bejagung in den letzten Jahrhunderten hat die einst häufigere Robbe fast verschwinden lassen. Nun beginnt sie sich durch Schutzmaßnahmen wieder zu etablieren.“ Dieses Beispiel zeige, dass sich das Engagement für deren Schutz und mehr Mut zur Wildnis lohnen kann. Der BUND fordert von den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern, sich an der Küste unter anderem stärker für Schutzgebiete einzusetzen. Die Kegelrobbe ist gegenüber dem Seehund die deutlich größere heimische Robbenart und wirft ihre Jungen in der kalten Jahreszeit. Die Jungen kommen in einem weißen Embryonalfell auf die Welt. Ab Mitte November werden sie am Strand für einige Wochen gesäugt.
Während die Entwicklung der Kegelrobben ganz klar einen Höhepunkt dieses Jahres darstellt, hat die Artenvielfalt insgesamt immer noch eher mit Tiefen zu kämpfen. Ein seit Jahren prognostizierter Rückgang der Insektenpopulationen ist unübersehbar und endlich weitgehend bekannt. Der BUND fordert seit langem ein Umsteuern in der Agrarpolitik, denn die intensive Landwirtschaft mit Gifteinsatz und Überdüngung ist eine der Hauptursachen des dramatischen Insektenschwundes. Deshalb engagiert sich der BUND bundesweit gegen das Totalherbizid Glyphosat und andere in der Landwirtschaft stark gebräuchliche Gifte. Aber auch viele Aktivitäten des BUND Bremen sollen helfen gegenzusteuern, z.B. die Anlage von Blühflächen und Streuobstwiesen. „Wir alle sind gefragt, durch bewusstes persönliches Handeln und durch Unterstützung diverser Schutzmaßnahmen, die Insektenwelt auch im Interesse der Bestäubung unserer Pflanzenwelt zu erhalten“, sagt Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. Auch viele Vogelarten als Vertilger der Insekten erleiden mittlerweile einen spürbaren Rückgang.
Infos zu Schutzmaßnahmen und Mitmach-Aktivitäten gibt es unter www.BUND-Bremen.net.

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