CUXHAVEN sh · In Zeiten, in denen jeder eine schwächelnde Wirtschaft und sinkende Kaufkraft befürchtet, fällt die Bilanz für den Arbeitsmarkt 2019 vielversprechend aus. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Sie liegt für den Bereich der Agentur für Arbeit Stade bei rund 4,7 Prozent. Dagmar Froelich, die Vorsitzende der Geschäftsführung in Stade nannte die Bilanz „sehr erfreulich“. Und auch Torsten Stoltz vom Jobcenter Cuxhaven „blickt positiv auf das Jahr 2019 zurück“.
Mit einer spürbar gesunkenen Zahl an Leistungsberechtigten wurden insbesondere die öffentlichen Kassen geschont. So haben für den Bereich des Jobcenters Cuxhaven durchschnittlich 11.878 Personen Leistungen bezogen. Das sind 907 weniger als im Vorjahr. Das hat zur Folge, dass auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gesunken ist. Und zwar mit minus sieben Prozent zum Vorjahr um rund 2,5 Prozent stärker als im Bundesdurchschnitt. Wurden 2018 noch 61,1 Millionen Euro aufgewendet, waren es im letzten Jahr mit 56,1 Millionen deutlich weniger.
Auch den Skeptikern der Migrations- und Flüchtlingspolitik nehmen die Zahlen der Arbeitsagentur die Argumente. So waren im Juli 2019 1.924 Geflüchtete im Leistungsbezug. Das sind 8,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Erfreulich auch, dass von den sogenannten SGB II-Bezieher 22,6 Prozent eine Arbeit oder Ausbildung aufgenommen haben. So wurde 73 Teilnehmenden im von der EU geförderten Projekt „Meine Arbeit“ im Cuxland eine Arbeit oder Ausbildung angeboten. Die Erfolgsquote lag mit 67 Prozent unerwartet hoch. Vom seit dem 1. Januar 2019 geltenden neuen Teilhabegesetz konnten in der Region 114 Personen profitieren.
Rund herum erfreulich sei die Situation also, so Dagmar Froelich. Doch eine Warnung mussten die Verantwortlichen in Stade und Cuxhaven auch ausgeben. Denn die Zahl der offenen Stellen sei gesunken. Sven Menke als Teamleiter des Arbeitgeber-Service Nord bei der Arbeitsagentur und somit im direkten Kontakt mit den Arbeitgebern warnte dann auch vor zu großen Erwartungen für das kommende Jahr. Zu viele Fragezeichen stünden beispielsweise hinter den Auswirkungen des Brexit und den Entwicklungen in China und den USA.

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