BREMERHAVEN sh · Bremerhavens Weg in die Zukunft kann ein guter sein. Oder bleiben, wie der Bürgermeister und Präsident der Freien Hansestadt Bremen Andreas Bovenschulte auf einer Veranstaltung des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung befand. Die hatte zu einer Podiumsdiskussion ins Auswandererhaus geladen. Denn Bremerhaven steht vor einem Strukturwandel. Die Stadt, die mit Fischindustrie und Werften und in Folge dessen mit der höchstmöglichen Arbeitslosigkeit gleichgesetzt worden ist, wandelt sich zu dem Wissenschaftsstandort an der Nordseeküste. Vier wissenschaftliche Institute haben sich in den letzten zehn Jahren angesiedelt. Auch der Seefahrttourismus hat Potenzial, bringt er doch alljährlich 260.000 Menschen in die Stadt.
Die Außenwirkung der Stadt Bremerhaven ist dabei desas­trös. Noch immer wird kolportiert, dass Bremerhaven das „Armenhaus der Nation“ sei und mehr Bauruinen habe als jede andere Stadt. „Das stimmt nicht“, ist sich Bovenschulte sicher. Bei seinen Besuchen – er sei schließlich schon in seiner Jugend gerne und privat nach Bremerhaven gekommen – sei ihm der Wandel sehr deutlich geworden. Allein was sich im Quartier „Alte Bürger“ alles tue, sei beeindruckend.
Bovenschulte will dementsprechend die Häfen konkurrenzfähig halten, die Profilierung als Wissenschaftsstandort vorantreiben, die politische Unterstützung für Energie aus Wasserstoff und Windkraft stärken sowie Geld für die Bildung. „Die anvisierte Zahl der Studenten mit 5.000 ist sehr realistisch“, befand er.
Ein Masterplan für die Stadtentwicklung, der von vielen in Bremerhaven bereits von der Politik gefordert wird, ist zwingend. „Es fehlen Formate, die eine positive Entwicklung tragen“, so der Bürgermeister und die so auch in der öffentlichen Wahrnehmung das Image verbessern könnten.
Seine Podiumsnachbarn, Klaus Becké, Vorstand Managerkreis der FES, Ingo Kramer als Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitsgeberverbände und Marion Salot als Referentin für regionale Strukturpolitik der Arbeitnehmerkammer Bremen sahen das auf Nachfrage von Moderator Holger Bornemann ähnlich.
Marion Salot, setzt auf „die vielen Menschen, die gestalten wollen. In der Stadt leben fünfmal mehr Naturwissenschaftler als beispielsweise in München“. Ingo Kramer befand, die Wissenschaftseinrichtungen seien, bezogen auf einen erfolgreichen Strukturwandel, die „Treibmittel im Hefeteig“. Das erfordere aber Einsatz auf dem Bildungssektor. Eine abgeschlossene Berufsausbildung zu haben, senke das Risiko der Arbeitslosigkeit um ein Vielfaches. Einig war man sich im Punkt Image. Bremerhaven ist eine Stadt mit gelebter Zukunft.

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