CUXHAVEN sh · Die wichtigste These zuerst. Grüner Wasserstoff – und die Betonung liegt hier auf Grün – ist nicht die alleinige Lösung bei der Suche nach Energie-Heilsbringer für eine klimaschonende Zukunft. Dies sieht zumindest die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden von den Grünen so. Und ihre Begründung, die sie bei einer Podiumsveranstaltung im Captain Ahab‘s gab, klingt einleuchtend. Es ist schlicht die Menge die benötigt würde, um alle Träume von Mobilität, Heizenergie und vor allem den riesigen Bedarf der Industrie, die auf „grünem Wege nicht herstellbar“ sei. Was nicht heißen solle, dass man nicht auf den grünen Wasserstoff setzen müsse. „Nur als alleinige Energiequelle reicht das nicht aus.“
Die Vorteile von Wasserstoff seien, so die Bundestagsabgeordnete, vielfältig. Wasserstoff ließe sich leicht speichern und wäre eine saubere Energie. Zusammen mit Windkraft und Photovoltaik, also Wind und Sonne, sei es eine Antwort auf dem Weg zur Energiewende.
Warum das bislang noch nicht im ausreichenden Maße geschehen sei, sei in der verfehlten Bundespolitik zu sehen. „Ohne hier ein Ba­shing auf den Wirtschaftsminister zu betreiben, aber die Nöte der Windenergiesparte sind politisch gemacht.“ Damit sprach Verlinden den Anwesenden auf dem Podium aus der Seele. Zu Fragen der Energiewende und der Wasserstoffnutzung diskutierte Verlinden an dem Abend unter anderem mit Lutz Machulez- Hellberg und Axel Schneider von der Deutschen Wasserstoff Liga aus Cuxhaven, mit Michael Labetke von H2BX aus Bremerhaven sowie von EWE Cluster Erneuerbare Energien Hamburg Alexander Malchus. Dabei setzen alle auf grünen Wasserstoff als speicherbare Energieressource und sehen den Norden Deutschlands als den Gewinner in Sachen Erneuerbare Energien. Wobei der gesamte Norden gemeint ist. „Man muss über Landesgrenzen hinaus denken und handeln“ war man sich auf dem Podium einig. Besonders an den diversen Deckelungen was Preise und Mengen angeht wurde Kritik deutlich. Die Rahmenbedingungen seien momentan nicht gut. Und warum es bislang für neue Gebäude noch keine Solarpflicht gäbe, war Verlinden und den Anwesenden nicht klar. Sinnvoll, so Verlinden, sei aber der Gedanke einer kommunalen Wärmeplanung, nicht nur für Cuxhaven. Dabei sollten fossile Energien „keine Rolle mehr spielen“. Und für die Mobilität an der Küste seien auf und neben dem Wasser fossile Brennstoffe ebenfalls nicht gut. Auch die bis vor kurzem noch hoch gelobten LNG-betriebenen Schiffe seien keine Lösung.
Julia Verlinden sieht die Chancen für grünen Wasserstoff als gut an. Nur eben nicht als alleiniges Mittel. Da trifft die Bundestagsabgeordnete bei den Norddeutschen auf offen Ohren. Um die Energiewende zu schaffen, auch da ist sie sich sicher, seien aber vor allem geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen notwendig.

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