HANNOVER/LANDKREIS re · Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bekräftigte gestern im Interview bei „NDR Hallo Niedersachsen“, die Polizei werde das von Bund und Ländern beschlossene Kontaktverbot notfalls mit Polizeigewalt durchsetzen. Von Montagmorgen an, werde die Polizei mit voller Einsatzstärke im Land präsent sein und dafür sorgen, „dass Menschen sich wirklich trennen“. Das sei ein schwerwiegender Eingriff, der am Ende Tausende von Leben retten könne.
Mit Blick auf die Dauer der Maßnahme sagte Weil: „Es wird jetzt drauf ankommen, dass wir drei, vier Wochen ganz diszipliniert sind. Wenn wir das miteinander hinkriegen, haben wir auch eine gute Chance mit Corona fertig zu werden, viel besser, als das was wir derzeit aus anderen Ländern hören.“
Weil hob außerdem die gute Versorgungslage mit Krankenhausstandorten im Land hervor und betonte deren Bedeutung: „Es gibt immer wieder Experten, die sagen, wir könnten mit viel weniger Krankenhäusern auskommen, wir merken gerade, wie gut es ist, dass wir flächendeckend auch gute Krankenhäuser haben, und die wollen wir auch weiter ausbauen“. Wie andere Länder soll Niedersachsen seine Kapazitäten mit Intensivplätzen entsprechend der neuen Leitlinien des Bundes verdoppeln, von etwa 2.400 auf 4.800. Die Landesregierung will im Laufe der Woche Details zu den Plänen für die niedersächsischen Krankenhäuser bekannt geben.
Zu seiner persönlichen Verfassung in der Krise befragt, sagte Weil, die Krise verlange den Menschen viel ab, auch ihm persönlich: „Ich bin schon manche Jahre in Verantwortung, aber ich habe es noch nie geradezu körperlich so gespürt, wie derzeit, aber ich habe auch den Eindruck, dass ganz viele Leute mitziehen und wissen, um was es geht. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.