Es ist nicht alles Corona zur Zeit. Es gibt auch ein Leben außerhalb von CoV19, Atemmasken und wundgescheuerten Handflächen. Die, wenn schon nicht durch Arbeit – still ruht in vielen Fällen der See, die Kneipe und auch die Fräsmaschine oder der Hobel – so doch durch den emsigen Gebrauch von Seife rau wie das Leben sind. Und doch, weiter so, auch wenn die Hautpartikel den fehlenden Feinstaub der abgestellten Diesel ersetzen. Wann wohl die Deutsche Umweltstiftung hier die erste Klage einreicht?
Doch das soll nicht das Thema sein. Thema heute sind viel mehr die lieben Kleinen, die uns seit Tagen, in manchen Fällen auch schon seit Wochen klar machen, dass der Beruf des Erziehers, des Lehrers und, wie in Fällen monetär bestens ausgestatteter Haushalte, der der Gouvernante vielleicht doch etwas mit Arbeit zu tun hat. Denn Mutter und Vater, die im vorcoronalen Leben der Verwandtschaft, den Freunden und besonders gerne den Arbeitskollegen von „ihren“ lieben Kleinen hingebungsvoll auch über jede noch so kleine Begebenheit ausführlich berichteten, hätten jetzt genug Stoff für wochenlange Schilderungen ob der häuslichen Zwangsgemeinschaft. Und würden scheitern. Denn man möchte ja stolz berichten, wie schnell Klein-Kevin oder Winzig-Mandy begreifen, was ein Umlaut ist und warum zwei und zwei immer vier ist, egal ob die Sonne scheint oder es regnet. Auch der jubelnde Aufschrei, „er hat den Dreisatz gelernt“ unterbleibt, da dieser ohnehin für viele Eltern genauso verständlich ist wie die Funktion einer Nähmaschine. Und das Wort „warum“ rangiert auf der Beliebtheitsskala noch weit hinter dem Begriff „Steuererklärung.“ Statt sich also stolz mit den Leistungen des Nachwuchses brüstende Familienoberhäupter sieht man auf Lagerkoller-abbauenden Spaziergängen in den touristenfreien Straßen Väter die verzweifelt versuchen, durch fünf Meter Abstand zum Rest der Bagage ihr Seelen- und Allgemeinheil wieder zu finden. Mütter sind tendenziell entspannter, haben sie doch mehr Erfahrung im interessiert wirkenden Weg- und Überhören der Lautquelle Kind. Ja, irgendwie ist der Virus mitunter entlarvend.
Doch es gibt Hoffnung für Cuxhavens Eltern. Hoffnung, dass die Welt genesen wird. Einerseits vom Virus – forscht ihr Forscher, forscht! – und zweitens durch eine Nachricht, die gestern viruell bedingt digital die Runde machte. Die gute Nachricht lautete „viel Geld für viel Nachwuchs“. Aus dem Rathaus schallte die frohe Botschaft, dass Zuwendungsbescheide über 540.000 Euro für die Krippenförderung von drei neuen Kindertagesstätten eingetroffen seien. Das ist nicht nur viel Geld, das ist der Beweis, dass an eine corona-freie Zukunft geglaubt werden darf. Also liebe Eltern, fasst Mut, ehret die Erzieher und Lehrer und vor allem entspannt Euch. Es wird besser! Der Dreisatz wie auch die Funktion einer Nähmaschine wird übrigens im Netz ganz wunderbar erklärt.

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