lpd • Artenreiche Wegränder sollen in Niedersachsens Agrarlandschaft und dem ländlichen Raum wieder ökologisch aufgewertet werden. Sie bieten mit ihrem Artenreichtum von verschiedenen Blühpflanzen auch vielen Insekten, Vögeln oder Niederwildarten Nahrung und Rückzugsorte. Leider sind die ehemals blühenden Kleinode heute von eher artenarmen, von Gräsern dominierten Wegrändern verdrängt worden. Die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen rufen daher Landwirte und Grundeigentümer dazu auf, ihre aktuelle Initiative zu mehr Artenvielfalt am Wegesrand zu unterstützen und damit einen Beitrag zu mehr Biodiversität zu leisten. Beide Organisationen haben dazu einen Flyer mit dem Titel „Artenreiche Wegränder“ erstellt und informieren über ihre gemeinsame Initiative zur ökologischen Aufwertung der Agrarlandschaft.
Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege bieten Kommunen, Landwirten und Grundeigentümern ihre Unterstützung bei der Ausarbeitung von Wegrandkonzepten an. „Wegränder sind wichtige Strukturelemente in der Agrarlandschaft. Sie sind mancherorts durch eine sukzessive Überackerung verschwunden“, erklärt Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig, häufig erfolgt die Nutzung mit Billigung oder auch auf Wunsch der Eigentümer von Wegparzellen, sagt Dr. Holger Hennies, Vorsitzender im Umweltausschuss des Landvolkes. Durch den steigenden Anteil der Pachtflächen sind vielen Flächennutzern die tatsächlichen Grenzen nicht immer bekannt. Auch die Agrarbürokratie auf Basis der Luftbilder bringt nicht mehr Licht in die tatsächlichen Grenzverläufe von Feldern, Äckern und Wegen. Stiftung Kulturlandpflege und Landvolk Niedersachsen wollen nun Wegränder gemeinsam mit den Eigentümern und Flächennutzern aktiv entwickeln. Die Raine sollen in ihrer vollen Breite wieder ökologisch wertvolle Saumbiotope zwischen Weg und landwirtschaftlich genutzter Fläche sein!
An Landwirte geht die Empfehlung, Wegränder über ihre gesamte Breite ökologisch aufzuwerten. Dazu sind viele verschiedene Konzepte möglich, die an den Standort angepasst sein müssen. „Bei der Pflege von Wegrändern kann weniger mehr sein“, sagt Rohloff und bietet dazu die Expertise und Erfahrung der Stiftung an. Lichtreiche und nährstoffarme Standorte fördern Blütenreichtum und Artenvielfalt. Eine Empfehlung ist die zeitlich versetzte, wechselseitige Mahd der Wegränder, maximal zwei Mal im Jahr. Die Abfuhr des Schnittgutes stärkt die Vielfalt der Kräuter gegenüber der Dominanz von Gräsern. „Mit dieser Eigeninitiative lässt sich bereits viel für Biodiversität und ökologische Vielfalt erreichen“, verspricht Landvolkvizepräsident Hennies und hofft auf eine rege Resonanz. Der Flyer „Artenreiche Wegränder“ steht unter https://landvolk.net zum Download bereit.

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