Schon gehört? Es geht wieder los. Mit dem Leben. Zwar nicht dem prallen, aber doch eben dem Leben. Zuerst merken das die Schüler. Sie dürfen – böse, jugendliche Zungen sagen „müssen“ – wieder in die Schule. Zuerst nur die älteren, oder sind es doch die jüngeren? Also, es sind auf jeden Fall Schüler. Wer den Türöffner zur Freiheit, zur Sonne ihr Armen tatsächlich spielen darf, scheint regional unterschiedlich verstanden zu werden.
Irgendwie nämlich ist es mit der föderalen Einigkeit nicht bestens bestellt. Gut, aus Berlin (ver-)hallte der einem Donnergrollen gleich manifestartige Spruch von Deutschland einig Vaterland, wurde irgendwie zu einem säuselnden Wind herabgestuft. Denn wie anders darf die Auslegung der Ergebnisse der intensiven Gespräche zwischen Ministerpräsidenten und Kanzlerin sonst bewertet werden? Da werden – mathematisch eigentlich unmöglich – 800 Quadratmeter zu Räumen unterschiedlicher Größe. Da werden Mundtücher rechts der Donau Pflicht, links aber nicht. Da müssen Do-it-yourself-Hassadeure ins andere Bundesland wechseln, weil in ihrem der Einkauf in Baumärkten für Privatpersonen untersagt ist. Und das vielversprechende, aber eben nichts weiter als „versprechende“ finanzielle Engagement des Bundes für kleine Selbstständige und Freiberufler wird nicht ausgezahlt. Zur Erinnerung: Es war als bedingungsloser Zuschuss versprochen, gedacht und geplant. Nicht als nachcoronale Rücklage für Länderhaushalte mit finanziellen Engpässen.
Und nun also die Schüler. Dass die sich in maroden Schulgebäuden mit garantiert virusschleuderähnlichen sanitären Anlagen nun den Abiturprüfungen und in wenigen Tagen den Realschulabschlüssen stellen sollen, verspricht einen Schulabschluss mit fragwürdigem Wert. Man kann schon die Sprüche hören: „Ach, Sie haben das Corona-Abitur? Das erklärt vieles!“
Und doch schlummert, wenn auch fest, ein Fünkchen Zuversicht in der Öffnung der Schulen. Wir sehen nicht nur ein Licht am Ende des Tunnels, wir sind kurz vor dem Ende besagten Bauwerkes. Denn nun wird es, sofern wir Bürger uns weiter so vernünftig verhalten wie bislang, jede Woche ein wenig leichter mit der Freiheit. In welcher Reihenfolge wann für wen welche Erleichterung beschlossen wird, sei den Gewählten und somit Verantwortlichen überlassen. Aber es ist sicher, bald können Eltern im homeoffice konzentrierter arbeiten, auch weil Kitas wieder öffnen; bald können Gaststätten und Kneipen wieder Gäste bedienen; bald können Freibäder wieder geöffnet werden und auch in Kirchen werden wieder Gottesdienste mit Menschen und nicht mit Kameras den Glauben verteidigen. Doch dazu gehört eben unbedingt die Disziplin, die die Mehrheit in den letzten Wochen bewiesen hat. Denn die Warnung, einen zweiten Lockdown würde Deutschlands Gemeinschaft nicht verkraften, ist ernst zu nehmen. Deshalb lasst uns nicht aus dem Tunnelportal stürmen, sondern mit angemessener Ruhe ins Sonnenlicht schreiten. Nur Mut!

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