ELBE-WESER re · Die Zahl der Arbeitslosen in der Elbe-Weser-Region ist im zurückliegenden Monat Mai deutlich angestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Stade waren 16.791 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent.
„Der regionale Arbeitsmarkt gerät vermehrt unter Druck. Erstmals seit der Nachkriegszeit verzeichnen wir keine Frühjahrsbelebung, sondern einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit in dieser Jahreszeit,“ fasst Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, zusammen. „Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen darauf, dass Arbeitsaufnahmen derzeit nicht oder nur wenig stattfinden. Die Zahl der Menschen, die erwerbstätig waren und sich nun arbeitslos gemeldet haben, ist ebenfalls weiter gestiegen. Darüber hinaus finden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen nur im begrenzten Rahmen statt. Einen kleinen Lichtblick bietet der Blick auf den Stellenmarkt. Während die Unternehmen mit Beginn der Pandemie kaum mehr freie Stellen gemeldet hatten, verzeichnen wir in diesem Monat einen deutlichen Zuwachs um fast 100 Prozent. Diesen besonders aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, dem Handel und Handwerk sowie dem Gesundheitsbereich“, erläutert die Agenturleiterin.
Weiterhin versuchen Unternehmen, Entlassungen zu vermeiden. Sie zeigen Kurzarbeit an und versuchen so, ihre Beschäftigten zu halten. Im Agenturbezirk Stade gab es bis Ende des Monats (27. Mai) weitere 229 Anzeigen zu Kurzarbeit mit 2.920 angezeigten Personen. Die Unternehmen sichern sich durch die angezeigte Kurzarbeit drei Monate die Möglichkeit, Beschäftigte ganz oder teilweise in Kurzarbeit zu schicken und den tatsächlichen Arbeitsausfall später mittels eines Antrages abzurechnen.
„Wir arbeiten eingehende Anträge sehr schnell ab und setzen alles daran, dass Unternehmen jeweils am Monatsende ihr Geld von uns bekommen. Bisher haben vor allem kleine und mittlere Betriebe die Erstattung des Kurzarbeitergeldes für April und Mai in Anspruch genommen,“ so Dagmar Froelich.

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