CUXHAVEN tw · Es ist ein Herzensprojekt aller Beteilig­ten – das Sozialkaufhaus in Altenwalde. Das Projekt der Initiative „Offenes Herz Altenwalde“ (OHA) ging 2017 mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher an den Start. „Eine eingeschworene Truppe, die sehr am Laden hängt“, so Mirjam Schneider, Koordinatorin des „OHA“. Umso trauriger waren alle, dass auch das Sozialkaufhaus mit Beginn des Lock­downs Mitte März schließen musste. Und das bezieht auch die Kundschaft mit ein.
Denn als Ende April das Sozialkaufhaus das erste Mal wieder seine Türen öffnete, standen die Kunden Schlange. „Man hat gemerkt, dass die Leute eine ungeheure Einkaufslust haben“, so Schneider. Und dabei zog es nicht nur alte Stammkunden, sondern auch neue Kunden an. Die zum Teil nicht nur sehr erstaunt waren und sind, was für schöne Sachen man zu erschwinglichen Preisen erstehen kann, sondern auch, „dass es hier so schön und gar nicht ramschig aussieht“.
Das ist vor allem ein Verdienst der Ehrenamtlichen wie etwa Jürgen Heinsohn, der nicht nur zum Team gehört, dass die gespendeten Elektrogeräte auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, sondern sich auch um alles andere elektrische und handwerklich notwendige im Kaufhaus mitkümmert, oder Sonja Grahmann. die ein Händchen dafür haben, die Waren schön zu dekorieren. „Es bringt sehr viel Spaß, hier mit tollen Kollegen zu arbeiten“, sind sich die beiden einig.

Auch wenn zurzeit noch nicht in voller Besetzung gearbeitet werden kann, freut sich das Team, wenigstens für mehrere Stunden die Woche öffnen zu können Fotos: tw

Dass viele Menschen in der Zeit des Lockdowns ihre freie Zeit zum Ausmisten nutzten, bekam auch das Sozialkaufhaus zu spüren. Am ersten Annahmetag gab es einen großen Ansturm. Sehr zur Freude des gesamten Teams, „denn durch die Kauflaune der Leute wurden so langsam auch unsere Regale leer“. Es sind vor allem gepflegter Hausrat, Dekoartikel und Bilder aber auch intakte, gebrauchte Elektrogeräte oder Fahrräder über die sich das ehrenamtliche Team freut. Schönes und Nützliches, das man selbst nicht mehr braucht, aber das viel zu schade zum Wegschmeißen ist. Und im Sozialkaufhaus neue Liebhaber findet. Denn beim Bummeln durch das liebevoll dekorierte Geschäft, lässt sich so manch Schönes für das eigene Zuhause entdecken.
Es ist deshalb nicht nur der soziale sondern vor allem auch der ökologische Gedanke der hinter dem Projekt steht, und so seinen Teil zum Thema Nachhaltigkeit beiträgt. Deshalb passt auch der Name Second-Hand-Kaufhaus gut zu diesem Ort sozialen Mitein­anders, der selbstverständlich jedem offen steht.
Dass die Altenwalder – und nicht nur sie – hinter dem Sozialkaufhaus und dem Offenen Herz Altenwalde stehen, bekam die Initiative gerade in der jetzigen Corona-Zeit zu spüren. Viele Menschen nähten ehrenamtlich Mund-Nasen-Bedeckungen, die anfangs kos­tenfrei an Pflegeheime und -dienste gingen, inzwischen, gegen eine Spende, im Kaufhaus auch für Privatpersonen erhältlich sind. Rund 4.500 Masken wurden so bereits unter die Leute gebracht. Die Spenden die dabei zusammenkamen, kommen nicht nur dem OHA zu Gute, wie Schneider betont. Zwei Drittel gehen an andere gemeinnützige Projekte. „Wir haben so viel Solidarität erfahren, da wollen wir etwas davon weitergeben.“
Da viele Ehrenamtliche des Kaufhaus-Teams zur Risikogruppe gehören, gelten noch eingeschränkte Öffnungszeiten, die zurzeit vor allem von den Hauptamtlichen und drei, vier Ehrenamtlichen abgedeckt werden. Das Sozialkaufhaus in der Hauptstraße 91 ist dienstags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 14 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Anlieferung von Spenden ist mittwochs von 10 bis 13 Uhr möglich.
www.oha-secondhand.com

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