GEESTLAND sh · Wie man am Licht sparen kann, weiß man in Geestland, damals noch Langen, schon seit 2009. Als Stadt Langen hatte man damals beschlossen, die gesamte Straßenbeleuchtung nach und nach auf LED-Beleuchtung umzustellen. Als aus Langen und Bederkesa dann Geestland wurde, kamen auch die Beerster in den Genuss der energieeinsparenden Lampen.
Einer mit diversen Umweltpreisen ausgezeichneten Stadt wie Geestland reicht das aber nicht. Grün soll es werden, hell aber trotzdem sein. So spricht man folgerichtig von Grünem Licht. Dabei hat man sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die Energie für die Lampen soll selbst erzeugt werden. Und wenn es ein bisschen mehr wird, auch nicht schlimm. Die Liegenschaften der Stadt könnten vom günstigen Strom ebenfalls profitieren und das Stadtsäckel entsprechend entlasten. Dass hier von Energie und nicht nur lapidar von Strom geschrieben wird, hat seinen Grund.
Denn neben Energieerzeugung geht es auch um Speicherung. Deshalb kann es in Geestland nur in einer Kombination aus Wind­energie und Wasserstoff gehen. Dazu strebt man ja in ganz Norddeutschland um die Vorreiterrolle, die nun wieder einmal Geestland beansprucht. Denn tatsächlich geht es nicht nur um Grünes Licht. Mit dem Energiespeicher Wasserstoff lässt sich auch über Alternativen bei der Wärme und der Mobilität nachdenken.
Erstmal geht man jedoch in Geestland schrittweise vor. Nach der Umstellung auf LED Beleuchtung führt man die Dimmung der Lampen ein. Ab 22 Uhr wird, für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar, das Licht abgedimmt. Ab fünf Uhr früh wird es ebenso unbemerkt wieder aufgedimmt. War der Jahresverbrauch vor Umstellung auf LED der knapp 5.000 Straßenlaternen noch mit 1,2 Millionen kW sehr hoch, konnte der Verbrauch alleine durch die LED-Technik auf 400.000 kW abgesenkt werden. Das Ziel sind 220.000 kW, die auch schon fast mit der Dimm-Technik erreicht werden.
Zur Energiegewinnung werden bei Debstedt zwei Windenergieanlagen den Strom in sogenannten Redflox-Batterien vorhalten. Da Redox-Flow-Batterien zur Herstellung keine seltenen Rohstoffe wie beispielsweise Lithium benötigen, ein zusätzlicher Pluspunkt. Zusätzliche Energie wird zudem in Wasserstoff umgewandelt. So sollen zunächst die Straßenbeleuchtung in der Ortschaft Debstedt sowie die dortigen städtischen Einrichtungen versorgt werden. Quartiersübergreifend kommen dann noch einige Straßenzüge in der Ortschaft Langen sowie einige städtische Liegenschaften wie das Feuerwehrhaus und das Rathaus in Langen dazu. Wobei die beiden letztgenannten Gebäude aus diversen Gründen immer noch mit „grauem“ Strom versorgt werden müssen. Und versorgungssicher soll es auch sein. Schließlich wurden 2.048 Szenarien erfolgreich durchgespielt. Und wenn alles klappt, ist man auch mobil städtisch bestens versorgt. Zusätzlich könnten nämlich bei diesem Projekt noch Elektro- und Wasserstofffahrzeuge getankt werden.

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