BREMERHAVEN tw · Obwohl es noch nicht offiziell war, hatte es sich schon herumgesprochen. Am Montag öffneten der Seniorentreffpunkt Ankerplatz und am Mittwoch der Seniorentreffpunkt Grünhöfe wieder ihre Türen.
Lange hatten die Senioren darauf gewartet. Denn viele ältere Menschen hätte doch die Einsamkeit in der Corona-Zeit geplagt, so Jenny Bertram, Abteilungleiterin der sechs Seniorentreffpunkte der Stadt Bremerhaven. Andererseits gilt gerade die Gruppe der Senioren als besonders gefährdet. Um dem Rechnung zu tragen, wurde jetzt ein ausgefeiltes, mit dem Bremerhavener Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept entwickelt. Ein Konzept, das jetzt in den beiden oben genannten Einrichtungen eine Testphase durchläuft. „Nach der Erprobungsphase soll entschieden werden, welche weiteren Einrichtungen an den Start gehen können“, so Stadtrat Uwe Parpart bei der Vorstellung des Konzepts am Donnerstag letzter Woche.
„Eine Zeit wie vor Corona wird es aber nicht geben“, so Jenny Bertram. „Unsere Gäste erwartet ein anderes Erscheinungsbild.“ Und das nicht nur, weil die Treffpunkte die Zeit genutzt haben die Räumlichkeiten auf Vordermann zu bringen, sondern auch weil bei der Tischordnung auf genügend Abstand geachtet werden musste. Auch könnten noch keine Gruppenangebote und Veranstaltungen stattfinden.
Doch aus zahlreichen Telefonaten wissen Inge Apiarius, Leiterin des Seniorentreffpunks Ankerplatz und Olga Heckmann, Leiterin des Seniorentreffpunkts Grünhöfe „dass sich unsere Gäste freuen wieder vorbeikommen zu können, um sich wieder mit anderen treffen können“.
Im Ankerplatz gibt es nach dem derzeitigen Hygienekonzept 50 Sitzplätze, in Grünhöfe 18. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Man muss aber damit rechnen etwas Zeit mitzubringen und vielleicht einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, wenn alle Plätze besetzt sind.

Für Nachfragen sind der Seniorentreffpunkt Ankerplatz unter (0471) 41 79 41 und der Seniorentreffpunkt Grünhöfe unter (0471) 340 60 zu erreichen.
Uwe Parpart hatte an diesem Tag noch weitere gute Nachrichten für die Senioreneinrichtungen dabei. „Dank der Beschlüsse zum Haushalt 2020 wird die Arbeit in den Senioreneinrichtungen der Stadt Bremerhaven gestärkt werden.“ Das heißt, dass in Zukunft wieder jeder Seniorentreffpunkt von einer Fachkraft (Sozialarbeiter/Sozialpädagoge) geleitet werden soll. Außerdem kann zusätzliches Verwaltungspersonal eingestellt werden. „Das ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung unserer Seniorenarbeit“, betont Parpart. Und da auch immer mehr Senioren digital unterwegs sind, soll jedes Haus mit hochauflösendem W-Lan ausgestattet werden, um zum Beispiel Medienkompetenzen zu vermitteln. Außerdem wurde ein „Veranstaltungstopf“ in Höhe von 10.000 Euro eingerichtet.
Im Laufe des nächsten Jahres soll zudem im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens unter Mitwirkung des Seniorenbeirates ein Konzept für eine neue und moderne Seniorenarbeit in Bremerhaven erarbeitet und wenn möglich noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, während sich gleichzeitig die Ansprüche der ‚jungen Seniorinnen und Senioren‘ ändern. Dafür soll das neue Konzept entwickelt werden.“ So kann sich Parpart etwa auch dezentrale Angebote vorstellen.

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