WANNA tw · Mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen, sich über Themen vor Ort informieren – der Sommer bietet Politikern eine gute Möglichkeit sich ein Bild der Situation in den verschiedenen Regionen, meist die ihrer Wahlkreise zu machen. Der Europaparlamentarier Tiemo Wölken, mit 34 Jahren jüngster Abgeordneter der SPD in Straßburg, machte diesmal einen Schlenker nach Norden. Eigentlich ist er in Osnabrück zu Hause und für den Bezirksvorstand Weser-Ems aktiv. Doch geboren und aufgewachsen in Otterndorf zieht es ihn auch immer wieder auch ins Cuxland, was nicht nur den Otterndorfer SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Claus Johannßen freut.
Auf Einladung der SPD-Kreisvorsitzenden Katja Brößling und Oliver Lottke (MdL) besuchte Wölken am Montag das MoorIZ in Ahlenfalkenberg, wo er unter anderem neben MoorIZ-Leiterin Karin Fäcke und Wannas Bürgermeisterin Nicole Friedhoff auch von Kerstin Norda, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung Cuxhaven und Amtsleiterin des Naturschutzamtes, begrüßt wurde. Und das nicht ohne Grund. Soll die Naturschutzstiftung doch direkt neben dem MoorIZ im ehemaligen Heidelbeerhof Eichler ein eigenes Stiftungshaus bekommen. Mit Synergieeffekten für beide Seiten, die die schon gute Zusammenarbeit noch verstärken soll. Als Beispiel nannte Norda beim MoorIZ angesiedelte Versuche mit Torfmoosfeldern, die von der Stiftung im Großen umgesetzt werden, um emittierende Grünlandflächen wieder in ein wachsendes Moor umzuwandeln. Wichtig auch im Zeichen Klimaschutzes, um Kohlendioxid zu binden, wie sie betonte.
Beim Rundgang durch das MoorInformations-Zentrum zeigte Fäcke auf, auf welche Schatzkammer der Natur die Besucher im Ahlenmoor treffen. Die Kulturlandschaft biete hervorragende Möglichkeiten, das Moor in allen seinen Facetten und unterschiedlichen Ausprägungen zu zeigen. Dabei erfahren die Besucher in der interaktiven Erlebnisausstellung nicht nur etwas über die Vergangenheit, sondern vor allem auch über die Zukunft der Natur- und Kulturlandschaft des ­Moores. Als es auf den zum Teil schwankenden Pfaden – die das Moorerlebnis nachahmen – durch das MoorIZ ging, fand Wölken nur ein Wort: „cool“ und zeigte sich begeistert von der Modernität des Hauses. Und er war nicht der Erste von dem Karin Fäcke dieses Erstaunen vernahm. Was nicht so verwunderlich sei, wie sie betonte. Oft werde das Moor mit der schweren Arbeit verbunden, die dann auch in Museen thematisiert wurde. „Uns interessieren die aktuellen Themen, die Frage, wo geht es mit dem Moor hin.“ Deshalb ist das das MoorIZ nicht nur ein Touristenmagnet, sondern macht sich auch für Umweltbildung stark, versteht es sich doch auch als Ort der Forschung, von Veranstaltungen für Schüler bis zur Unterstützung interdisziplinärer Forschungsvorhaben aus dem natur- und kulturwissenschaftlichen Bereich.
„Ich bin froh, dass es solche Informationszentren gibt“, sagte Wölken zum Abschluss. Die Menschen wüssten viel zu wenig über die Kulturlandschaft Moor, obwohl es so wichtig sei, um den Klimawandel zu bekämpfen. Themen, die ihm als Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Herzen liegen. Den Besuch des MoorIZ kann nur weiterempfehlen. Von sich selbst kann er auf jeden Fall behaupten, „dass ich nach dem Besuch viel schlauer bin als vorher.“

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